Gesundheitspolitik
Zügig in den Pflege-Job: Laumann will Zuzug ausländischer Mediziner vereinfachen

düsseldorf -

Qualifizierte Pflegekräfte, Therapeuten und Mediziner aus dem Ausland sollen zügiger einen Job in nordrhein-westfälischen Kliniken und Pflegeeinrichtungen antreten können. ­Dafür werde das bisher zu zäh laufende Anerkennungsverfahren neu strukturiert, kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Dienstag in Düsseldorf an. 

Dienstag, 25.06.2019, 21:43 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 21:46 Uhr
Gesundheitspolitik: Zügig in den Pflege-Job: Laumann will Zuzug ausländischer Mediziner vereinfachen
Karl-Josef Laumann (Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen) Foto: Gunnar A. Pier

„Wir werden im Gesundheitsbereich über Jahrzehnte eine Zuwanderung von Fachkräften brauchen“, begründete er einen zuvor gefassten Kabinetts­beschluss. Schon jetzt fehlten allein 10 000 Pflege­kräfte. In NRW seien 2018 rund 1500 ausländische Ärztinnen und Ärzte anerkannt worden – die meisten kamen dem Minister zufolge aus der Ukraine, Bulgarien und Rumänien.

Ab dem kommenden Jahr sollen alle Anerkennungsverfahren durch die Bezirksregierung in Münster durchgeführt werden. Ziel sei es, dass Fachkräfte aus dem Ausland binnen 14 Tagen ihre Unterlagen komplett eingereicht haben, dabei solle sie die Behörde aktiv unterstützen. Eine Entscheidung über die Anerkennung solle binnen zwei Monaten fallen, betonte Laumann . „Damit ist klar, dass es eine Anlaufstelle gibt.“ Das Verfahren in Münster solle digitalisiert ablaufen und auch online aus dem Ausland nutzbar sein. „Wir wollen deutlich schneller, effizienter und unbürokratischer werden.“ Der Minister erhofft sich davon im Wett­bewerb um Fachkräfte einen Vorteil.

Bisher seien die Verfahren auf viele Behörden zersplittert gelaufen, erläuterte der Minister. „Die Bearbeitungszeiten sind zu lang.“ Die Anerkennung bei Ärzten dauere fast 200 Tage, in anderen Gesundheitsberufen gut vier Monate. So erhielten beispielsweise 2017 von 1270 Krankenpflegekräften aus dem Ausland nur 315 die Anerkennung ihrer Ausbildung, 630 benötigten eine Fortbildung, 270 Verfahren blieben offen. „Damit kann ich nicht zufrieden sein“, sagte Laumann. Die Zahl der Anträge sei allein 2018 um 20 Prozent gestiegen.

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