Mehr Islamverbände eingebunden
Religionsunterricht wird neu geregelt

Düsseldorf -

Der islamische Religionsunterricht soll im kommenden Schuljahr an den Schulen in NRW fortgesetzt werden. Das bisherige Unterrichtskonzept war bis Ende Juli befristet, es kann zunächst fortgesetzt werden. Grundsätzlich will die Landesregierung künftig mehr Islamverbände einbinden als bisher, wenn die Inhalte des Unterrichts fest­gelegt werden. Dafür sollen zunächst mit einzelnen ­Organisationen öffentlich-rechtliche Verträge geschlossen werden. Voraussetzung sei, dass die Verbände eigenständig und staatsunabhängig sind sowie die Verfassungsprinzipien und die Grundrechte der Schüler achten, betonte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). In einer neuen Kommission sollen die so anerkannten Verbände dann langfristig inhaltliche Fragen des Religionsunterrichts und der Unterrichtserlaubnis mitbestimmen können.

Mittwoch, 26.06.2019, 20:34 Uhr
Stefan Nacke
Stefan Nacke Foto: CDU

„Es ist ein wichtiges Signal“, betonte die Ministerin. Die Muslime seien „ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und erhalten gleichberechtigt ein Angebot ihres Religionsunterrichts an unseren öffentlichen Schulen“. Der CDU-Abgeordnete Stefan Nacke betonte, der Staat müsse in der inhalt­lichen Frage neutral bleiben. Dafür brauche es die Zu­ sammenarbeit mit den Islamverbänden.

Für den 2011 eingeführten islamischen Religionsunterricht hat bisher ein Beirat die Lerninhalte festgelegt, dem neben Landesvertretern der Islamrat, der Verband der Islamischen Kulturzentren, der Zentralrat der Muslime sowie der deutsch-türkische Moscheeverband Ditib an­gehörten. Die Ditib hatte ­wegen ihrer Nähe zum tür­kischen Staat ihre Mitarbeit ruhen lassen.

Bis 2025 soll der islamische Religionsunterricht grundlegend neu geregelt werden. Dann soll klar sein, ob Islamverbände als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt werden.

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