Festnahme in Münster
Sexueller Missbrauch von Kindern: Jugendbetreuer in Haft

Münster/Lüneburg -

Ein schrecklicher Vorwurf steht im Raum: Ein 26 Jahre alter Lehramtsstudent soll als DLRG-Jugendbetreuer bei Sportfreizeiten Kinder sexuell missbraucht haben. Am Mittwoch wurde er in Münster verhaftet.

Donnerstag, 18.07.2019, 12:27 Uhr aktualisiert: 18.07.2019, 18:45 Uhr
Handschellen liegen auf einem Tisch.
Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel

Er genoss Vertrauen bei Eltern, die ihm ihre Kinder anvertrauten – nun wird gegen einen ehemaligen Jugendbetreuer wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Lüneburg am Donnerstag mitteilten, war der 26 Jahre alte Lehramtsstudent bereits am Mittwoch, an seinem aktuellen Wohnsitz in Münster verhaftet worden.

Der aus Lüneburg stammende Mann soll sich an fünf Jungen im Alter von elf und mehr Jahren vergangen haben. Es sei allerdings möglich, dass weitere Fälle und Opfer hinzukämen. Die Polizei Münster teilte auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass sie bislang keine Kenntnis davon habe, dass es neben dem Wohnsitz des Mannes auch strafrechtliche Verbindungen zu Münster gebe.

Missbrauch bei Jugendfreizeiten

Der 26-Jährige, der nach Bekanntwerden der Vorwürfe im April seinen Posten in der Jugendarbeit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Lüneburg aufgegeben hatte, soll die Kinder und Jugendlichen bei Jugendfreizeiten missbraucht haben. In der Wohnung des Verdächtigen in Münster stellten die Ermittler Datenträger und Unterlagen sicher.

Der junge Mann soll zudem seit 2015 Nacktfotos und -videos über WhatsApp mit mehreren Jungen ausgetauscht beziehungsweise diese dazu animiert haben. Es sei möglich, dass sich noch weitere Betroffene melden, sagte der Sprecher der Polizeiinspektion Lüneburg, Kai Richter . Die sexuellen Handlungen sollen in den vergangenen zwei bis drei Jahren hinzugekommen sein.

DLRG bringt Stein ins Rollen

Die Untersuchungen hatten Vertreter der DLRG in Gang gebracht, nachdem sie gerüchteweise von den Vorwürfen gegen den Lehramtsstudenten gehört hatten. „Wir müssen das Verhalten der DLRG loben. Sie hat den Stein ins Rollen gebracht“, sagte Richter. Die Verantwortlichen hätten sich schnell an die Polizei gewandt und seien bei den Ermittlungen kooperativ gewesen.

Inzwischen habe sich herausgestellt, dass der Mann noch in einem weiteren, bislang nicht genannten Sportverein aktiv war, sagte Richter. Mit diesem Verein sei Kontakt aufgenommen worden. Auch die Eltern seien informiert. Hinweise, dass es auch in diesem Verein zu Straftaten gekommen sei, gebe es aber bislang nicht.

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