Kriminalität
Minister nach Lügde: Jugendämter brauchen Spezialisten

Düsseldorf (dpa) - Nach dem massenhaften Kindesmissbrauch im lippischen Lügde sieht Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (FDP) personelle Schwächen bei den Jugendämtern. Diese müssten zum Beispiel sicherstellen, dass speziell geschulte Mitarbeiter für Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verfügbar sind, sagte Stamp dem «Westfalen-Blatt» (Bielefeld) und den «Westfälischen Nachrichten» (Münster).

Sonntag, 21.07.2019, 18:55 Uhr aktualisiert: 21.07.2019, 19:04 Uhr
Joachim Stamp (FDP).
Joachim Stamp (FDP). Foto: Christophe Gateau

«Manche Kommune steht da noch auf der Bremse - auch was die Frage der Mindestgröße von Jugendämtern angeht», sagte Stamp . Über die Jugendämter müsse man aber jetzt reden: «Es braucht eine bestimmte Mindestgröße, um auch über Mitarbeiter mit der geforderten Qualifikation zu verfügen.» Damit konkretisierte der Minister Forderungen aus seinem jüngst vorgelegten Impulspapier für mehr Kinderschutz.

Das im benachbarten Niedersachsen rechtlich zuständige Jugendamt Hameln-Pyrmont hatte einem arbeitslosen Dauercamper in Lügde (Nordrhein-Westfalen) trotz seiner vermüllten Behausung die Pflegeerlaubnis für ein Kindergartenkind übertragen - auf Wunsch der Kindesmutter. Die heute Achtjährige soll in mehr als 100 Fällen von ihrem Pflegevater missbraucht worden sein.

Auf dem Campingplatz sollen zwei Männer über Jahre hinweg Dutzende Kinder hundertfach missbraucht haben. Sie müssen sich vor Gericht verantworten und haben die Taten zu Prozessbeginn gestanden.

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