Klimawandel
Klimaaktivisten treffen sich bei Fridays-for-Future-Kongress

Dortmund -

Was treiben Schulstreikende eigentlich in den Sommerferien? Weit mehr als 1000 Fridays-for-Future-Aktivisten wollen in Dortmund zu einem Sommerkongress zusammenkommen. Beim fünftägigen Treffen soll auch diskutiert werden, wie es mit der Bewegung weitergeht.

Montag, 29.07.2019, 06:11 Uhr aktualisiert: 29.07.2019, 11:03 Uhr
Ragna Diederichs und Jakob Blasel.
Ragna Diederichs und Jakob Blasel. Foto: Florentine Dame

Wer sind wir, wo stehen wir und wohin gehts? Diese Fragen wollen Schüler und Studenten der klimapolitischen Fridays-for-future-Bewegung auf einem fünftägigen Sommerkongress in Dortmund diskutieren. Mehr als 1400 Aktivisten haben sich angemeldet. Das Treffen sei das größte dieser Art in der Geschichte der noch jungen Bewegung, hieß es vorab.

«Wir treten als geeinte Bewegung mit riesiger Wirkmacht auf, haben uns aber noch nie außerhalb von Whatsapp-Chats und Telefonkonferenzen gesehen», erklärte Aktivist Jakob Blasel die Grundidee des Treffens. Seit Monaten demonstrieren weltweit vor allem Schüler und Studenten freitags, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Argumentationstraining und methodisches Rüstzeug

Nach inzwischen acht Monaten aktivistischer Arbeit in Deutschland in einer wachsenden Zahl von Ortsgruppen sei es zudem wichtig, sich bei dem Kongress gegenseitig zu bestärken, ergänzte Mitstreiterin Ragna Diederichs . Sie wollten «gemeinsam vier Tage lang Luft holen», um den notwendigen langen Atem zu haben, den die Bewegung brauche, so Blasel.

„Fridays for Future“: 24-Stunden-Mahnwache vor dem Rathaus

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  • Die „Fridays for Future“-Bewegung hat eine 24 Stunden lange Mahnwache vor dem münsterischen Rathaus am Prinzipalmarkt gehalten.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Ab 14 Uhr am Freitag verharrten die Demonstranten vor dem Gebäude – ausgerüstet mit Wassersprühflaschen zur Abkühlung, Sonnencreme und Isomatten.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Impressionen der Aktion.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Pjer Biederstädt
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  • Foto: Pjer Biederstädt
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  • Foto: Pjer Biederstädt
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  • Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Anna Girke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke

Die beiden 18 Jahre alten Abiturienten gehören zu den Initiatoren des Kongresses und zur vielköpfigen Organisationsgruppe, die den Kongress seit dem Frühsommer plant und auf die Beine gestellt hat. Ab Mittwoch reisen die Teilnehmer an, von Donnerstagfrüh bis Sonntagmittag gibt es ein dichtes Programm aus Arbeitsgruppen und Podien. Für den Freitag ist zudem eine noch geheime Aktion geplant.

Die jungen Aktivisten - es haben sich meist Minderjährige und Studenten angemeldet - wollen sich gemeinsam mit den Forderungen der Fridays-For-Future-Kampagne und den dahinter steckenden Argumenten auseinandersetzen, aber auch methodisches Rüstzeug bekommen. Es gibt etwa Argumentationstrainings und Referenten zur Frage, wie man eine gute Rede hält oder bei Youtube möglichst viele Menschen erreicht.

Eine Art von Sommerlager-Feeling

Zudem erklären Naturwissenschaftler und erfahrene Fridays-For-Future-Protestler wichtige Grundlagen für die klimapolitischen Forderungen der Schüler und Studenten: Wie wirkt sich die CO2-Zunahme global aus beispielsweise und was ist so problematisch am Insektensterben. Eingeladen sind auch erfahrene Umweltlobbyisten oder Vertreter anderer Institutionen wie Gewerkschaften oder Verbände. Sie sollen Einblicke und Anregungen geben, welche politischen Aktionsformen möglich und potenziell erfolgreich sind, erläuterten die Organisatoren vorab. So will die Bewegung sich weiter vernetzen und neue Kampagnen und Aktionsformen anstoßen.

Das Kongressgelände ist in einem weitgeläufigen Park einige S-Bahn-Stationen von der Innenstadt entfernt. Die Aktivisten schlafen in Zelten oder Turnhallen. Bei dieser Art Sommerlager-Feeling geschehe der notwendige Austausch untereinander wie von selbst, glauben die Organisatoren: «Das meiste passiert beim Mittagessen», sagte Blasel. «Es ist einfach auch mal ein gutes Experiment, 1400 Aktivisten auf einen Haufen zu werfen und mal zu gucken, was passiert.» 

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