Schwimmen
Mehr Badetote in NRW: meistens Männer

Haltern am See - Bei den hohen Temperaturen dieses Sommers boten Bäder und Gewässer eine willkommene Abkühlung. Die Kehrseite der Medaille: Die Zahl der Ertrunkenen ist gestiegen.

Donnerstag, 01.08.2019, 15:14 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 16:41 Uhr
Schwimmen: Mehr Badetote in NRW: meistens Männer
Einsatzkräfte der Feuerwehr und der DLRG suchen im Biggesee nach einem vermissten Mann. Foto: Markus Klümper, dpa

In den ersten sieben Monaten des Jahres sind in Nordrhein-Westfalen etwas mehr Menschen beim Baden ertrunken als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 40 Badetote (Stand 20. Juli) wurden gezählt - 3 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das sagte der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Achim Wiese , am Donnerstag in Haltern am See. Bundesweit habe es zwar mit insgesamt 250 ertrunkenen Menschen 29 weniger gegeben, die Zahlen seien aber weiter dramatisch, erklärte Wiese.

Ohne Schwimmbad keine Schwimmausbildung.

Achim Wiese

Wiese kritisierte, dass viele Kinder nicht mehr richtig schwimmen lernten. Nur knapp über 40 Prozent der Kinder könnten nach der Grundschule schwimmen. In den 1990er Jahren seien das noch nahezu 90 Prozent gewesen. Sorge bereitet der Wasserrettungsorganisation auch das schleichende Bädersterben. Seit dem Jahr 2000 habe es pro Jahr bundesweit im Schnitt 80 Bäder weniger gegeben, rechnete Wiese vor. Bäder seien jedoch wichtig, damit Menschen das Schwimmer erlernen könnten. «Ohne Schwimmbad keine Schwimmausbildung», resümierte er.

Schwimmen-Mehr-Badetote-in-NRW-meistens-Maenner_image_1024_width

Achim Wiese, Pressesprecher der DLRG Bundesgeschäftsstelle. Foto: Marcel Kusch/dpa

Risikogruppe: Männer

Von tödlichen Unfällen seien ganz überwiegend Männer betroffen: In NRW sind unter den 38 identifizierten Ertrunkenen 32 Männer und sechs Frauen. Männer treibe oft der Übermut und sie überschätzten ihre Fähigkeiten, erläuterte Wiese. Auch junge Migranten seien eine Risikogruppe. Sie hätten einen anderen Bezug zum Wasser und schätzten es falsch ein. Fast alle 18 in Deutschland ertrunkenen Migranten seien Nichtschwimmer gewesen. «Das ist eine Entwicklung, die wirklich dramatisch ist und so wahrscheinlich auch weitergehen wird», sagte Wiese.

Platz 1 in der Statistik: Bayern

In der bundesweiten Statistik steht NRW auf Platz zwei. Die meisten Menschen ertranken in Bayern. Anders als im bundesweiten Trend verzeichnete die DLRG dort 65 Tote und damit 20 mehr als im Jahr davor. Anders ist die Situation in Niedersachsen: Zwar folgt das Bundesland in der Statistik auf NRW. Hier sank die Zahl der Toten aber um sieben auf insgesamt 29.

DLRG appelliert an Kommunen, Badestellen sicherer zu machen

Am gefährlichsten ist es immer noch an Gewässern wie Seen, Flüssen und Kanälen. In Seen ertranken in NRW 14 Menschen. 13 waren es an Flüssen. Solche Gewässer werden nicht von Rettungsschwimmern bewacht, weshalb hier viele Menschen ihr Leben verlieren, wie Wiese erklärte. Wiese appellierte an die Kommunen, mit der DLRG zusammenzuarbeiten, um solche Badestellen sicherer zu machen.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6820303?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F22265%2F
Inklusion an Gymnasien: Intransparenz ärgert Eltern
Am Schillergymnasium werden bereits seit acht Jahren Kinder mit Förderbedarf im Zuge der Inklusion unterrichtet, hier ein Foto aus dem Unterricht des ersten Jahrgangs.
Nachrichten-Ticker