Fußball
Gauck zu Tönnies-Aussagen: Klingt zu rassistisch

Berlin (dpa) - Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hat den Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies wegen dessen Aussagen über Afrikaner heftig kritisiert. Er würde das «niemals akzeptieren, was er sagt, weil es mir zu rassistisch klingt», sagte der 79-Jährige am Mittwoch in der ARD-Talkshow «maischberger. die woche». «Aber so lange der Mann noch zuhört und Argumenten zugänglich ist oder sich sogar entschuldigt, würde ich mit ihm kämpfen und streiten.»

Mittwoch, 14.08.2019, 20:22 Uhr aktualisiert: 14.08.2019, 20:32 Uhr
Der ehemlige Bundespräsident Joachim Gauck.
Der ehemlige Bundespräsident Joachim Gauck. Foto: Friso Gentsch

Fleisch-Unternehmer Tönnies hatte vor zwei Wochen beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. «Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren», hatte der 63-Jährige gesagt. Für die Äußerungen hatte er sich später entschuldigt, war aber von zahlreichen Vertretern aus Politik und Sport kritisiert worden.

«Wenn Menschen eine Pauschalierung betreiben, die Afrikaner, die Ossis, die Wessis, und wenn diese Pauschalierung mit Herabwürdigung verbunden ist, dann ist das der Beginn von einem Zustand, den wir nicht dulden sollten», warnte Gauck .

Der Ehrenrat des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 hatte in der vergangenen Woche den Vorwurf des Rassismus als «unbegründet» bezeichnet, in den Äußerungen allerdings einen Verstoß «gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot» gesehen. Tönnies lässt seit der Ehrenrats-Sitzung sein Amt als Aufsichtsratschef für drei Monate ruhen.

An diesem Donnerstag beschäftigt sich die drei Personen umfassende DFB-Ethikkommission mit Tönnies und dessen Aussagen über Afrikaner. Der Gremium kann selbst aber kein Urteil fällen.

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