Eine Million Euro ausgelobt
Darum gibt es Bielefeld nicht

Bielefeld -

Eine Millionen Euro für einen Beweis, der die Bielefeld-Verschwörung belegt: Das verspricht angeblich die Stadtverwaltung der vermeintlichen Phantom-Stadt. Doch wie geht das überhaupt, wenn es Bielefeld gar nicht gibt? Verwirrend! Eine nicht ganz ernstgemeinte Spurensuche.

Mittwoch, 21.08.2019, 17:48 Uhr aktualisiert: 23.08.2019, 16:01 Uhr
Eine Million Euro ausgelobt: Darum gibt es Bielefeld nicht
Die Montage eines Bielefeld-Ortschildes, ein Bild von einem echten war nicht aufzufinden. Ein Zeichen? Foto: Colourbox.de

Eine Stadt bietet eine Million Euro, wenn jemand beweisen kann, dass es diese Stadt gar nicht gibt. Häh? Hieße das nicht, dass ein Beweis unvergütet bliebe, da eine nicht-existente Stadt ja auch kein Geld hätte, das sie dem Sieger überweisen könnte?

Es gibt sie jedenfalls: Indizien, die für die Nicht-Existenz von Bielefeld sprechen.

Bielefeld als kultureller Mittelpunkt?

Laut Wörterbuch-Definition ist eine Stadt unter anderem "der kulturelle Mittelpunkt eines Gebietes". Kultureller Mittelpunkt? Bielefeld? Mit einem Museum rund um die Geschichte von Pudding-Pulver? Das dürfte nicht reichen, um diesen Aspekt zu erfüllen.

Und sonst so? Einen Bielefeld-"Tatort" strahlt die ARD nicht aus und das ZDF lässt auch keinen Privatdetektiv à la " Wilsberg " dort ermitteln. Im Fernsehen scheint die Stadt somit auch nicht zu existieren - wird also Zeit für ein Fantasy-Abenteuer. Ein erfundener Ort wie Bielefeld hat bestimmt ein ähnliches Potenzial wie Narnia, Atlantis oder Hogwarts.

Menschen aus Ostwestfalen gehen gerne feiern, zum Beispiel im "Café Europa". Es kann kein Zufall sein, dass es so und nicht "Café Bielefeld" heißt. Und auch die "Bierbörse" ist wohl eher in Frankfurt oder?

Die Bielefeld-Verschwörung

Als "Erfinder" der sogenannten Bielefeld-Verschwörung gilt Achim Held. 1993 soll der damalige Informatikstudent auf einer Party in Köln mitangehört haben, wie jemandem der Satz "Das gibt es doch gar nicht!" herausgerutscht ist. Dabei stand ihm ein Mann aus Bielefeld gegenüber. Daraufhin ist die Idee einer Verschwörung in Helds Bekanntenkreis entwickelt und weitergetragen worden. Das zur gleichen Zeit wichtige Autobahnabfahrten aufgrund von Baumaßnahmen gesperrt waren, spielte der "Theorie" in die Karten. 1994 veröffentlichte Achim Held dann einen satirischen Text auf einer Internetplattform zu dem Thema. Die Bielefeld-Verschwörung war geboren. Danach verbreitete sich die Theorie der Nicht-Existenz der ostwestfälischen Stadt wie ein Lauffeuer. Inzwischen kennt sie fast jeder in der ganzen Bundesrepublik. Auch im Fernsehen (zum Beispiel in einer Folge des ZDF-Krimis "Wilsberg") tauchte die Bielefeld-Verschwörung schon öfter auf.

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Alpen statt Ostwestfalen

Immerhin den Fußball-Verein Arminia Bielefeld gibt es wirklich. Doch ihre Spiele trägt die Mannschaft nicht etwa in der angeblichen Heimat aus, sondern auf einer "Alm". Wer in Geografie aufgepasst hat, weiß, dass eine Alm eine Bergwiese ist und wer hat in Bielefeld schon mal einen Berg gesehen?

Wie soll man überhaupt nach Bielefeld kommen? Angeblich existiert dort ein Bahnhof, der zwei Mal pro Stunde mit der Eurobahn aus Münster angefahren wird. Doch ist dort schon mal wirklich jemand angekommen? Die ständigen Zugausfälle müssen doch einen Grund haben...

Zu guter Letzt die ultimative Beweisführung: "Und sehen wir uns nicht auf dieser Welt, dann sehen wir uns in Bielefeld." Diesem Spruch zufolge befindet sich Bielefeld nicht in dieser Welt. Und nicht mal das stimmt. Denn der Spruch heißt im Original: "Seh'n wir uns nicht in dieser Welt, dann seh'n wir uns in Bitterfeld."

Weitere Indizien?

Sie kennen weitere Indizien für die Nicht-Existenz von Bielefeld? Dann schicken Sie uns gerne eine E-Mail an redaktion.online@wn.de mit dem Stichwort "Bielefeld-Verschwörung".

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