Brände
Brand in Krankenhaus: Dementer Patient unter Verdacht

Nach dem Brand im Düsseldorfer Marien Hospital sind die Ermittler nun sicher: Es war kein technischer Defekt. Offenbar hatte ein dementer Patient das Feuer in seinem Zimmer ausgelöst. Er überlebte schwer verletzt, ein anderer Patient (77) starb.

Mittwoch, 11.09.2019, 16:32 Uhr aktualisiert: 11.09.2019, 16:42 Uhr
Nach einem nächtlichen Brand im Marien Hospital liegen ausgebrannte Gegenstände vor dem Krankenhaus.
Nach einem nächtlichen Brand im Marien Hospital liegen ausgebrannte Gegenstände vor dem Krankenhaus. Foto: David Young

Düsseldorf (dpa) - Nach dem Brand im Düsseldorfer Marien Hospital, bei dem ein Patient (77) ums Leben kam, gehen die Ermittler von fahrlässiger Brandstiftung aus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird gegen einen 83 Jahre alten, schwer demenzkranken Mann ermittelt, der in dem Brandzimmer untergebracht war. Er hatte das Feuer nach Angaben der Rettungskräfte lebensgefährlich verletzt überlebt. Die Brandsachverständigen und die Ermittler schließen den Angaben zufolge einen technischen Defekt als Brandursache aus.

Nach einer Mitteilung der Polizei vom Mittwoch könne der 83-jährige Mann «aufgrund seines allgemeinen Gesundheitszustands zurzeit nicht befragt werden». Nach Angaben der Feuerwehr war der Mann bei dem Brand lebensgefährlich verletzt worden. Wie sein gesundheitlicher Zustand am Mittwoch war, blieb zunächst unklar.

Das 77 Jahre alte Todesopfer lag in einem anderen Zimmer und war laut Polizei an den Folgen einer Rauchgasvergiftung gestorben. 19 weitere Menschen waren bei dem Brand am späten Montagabend in Düsseldorf verletzt worden. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an. Ob der 83-Jährige in seinem Zimmer geraucht und dadurch das Feuer ausgelöst hat, wissen die Experten noch nicht. Laut Staatsanwaltschaft ist das Patientenzimmer durch das Feuer so stark zerstört worden, dass die endgültige Ursache eventuell nie benannt werden kann. Gutachter sollen sich dennoch um Aufklärung bemühen.

Das Feuer war in einem Patientenzimmer auf einer internistischen Station auf der zweiten Etage ausgebrochen. Das Zimmer brannte vollständig aus, auch weil laut Feuerwehr eine dort verlegte Sauerstoffleitung durch die Hitze zerstört wurde und den Brand zusätzlich anheizte.

Der Rauch hatte sich nach Angaben der Rettungskräfte über fünf Stockwerke der Klinik verteilt. Die Menschen seien sowohl durch das Treppenhaus als auch von außen über drei Drehleitern aus dem Gebäude geholt worden, teilte die Feuerwehr am Dienstag mit. Der Brand war nach rund einer Stunde gelöscht und der Einsatz mit rund 180 Kräften nach vier Stunden beendet. Die Düsseldorfer Feuerwehr war mit allen neun Berufsfeuerwehren vor Ort.

Im Marien Hospital, wo nach Angaben eines Sprechers bereits seit Dienstagmorgen wieder der Regelbetrieb läuft, haben die Aufräumarbeiten in der betroffenen Station begonnen. Für Donnerstag (14.30 Uhr) ist eine Andacht in der Krankenhaus-Kapelle geplant, «um der Trauer und den Geschehnissen Ausdruck zu verleihen», wie das Haus mitteilte. Im «stillen Gedenken» solle an den verstorbenen 77-Jährigen und die verletzten Patienten gedacht werden.

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