Unwetter
Verband will mehr Grün- und Wasserflächen gegen Starkregen

Bei extremem Regen kommt die Kanalisation schnell an ihre Grenzen. Mitunter rauschen die Wassermassen einfach über die Gullys hinweg. Experten fordern daher für die Städte mehr Grünflächen, die das Wasser aufnehmen können.

Mittwoch, 11.09.2019, 13:27 Uhr aktualisiert: 11.09.2019, 13:42 Uhr

Gelsenkirchen (dpa/lnw) - Um Überschwemmungen bei Starkregen vorzubeugen, sollten Städte nach Ansicht des Verbandes kommunaler Unternehmen ( VKU ) mehr Grün- und Wasserflächen anlegen. Diese könnten große Regenmengen schnell aufnehmen und vorübergehend speichern, teilte der Verband am Mittwoch anlässlich eines Kongresses in Gelsenkirchen zum Thema Starkregen mit. «Grün- und Wasserflächen in der Stadt haben in heißen Sommermonaten zugleich einen kühlenden Effekt, sorgen für ein angenehmes Klima und fördern zudem die Biodiversität», sagte VKU-Vizepräsident Karsten Specht . «In den Städten sind zu viele Flächen mit Beton-, Asphalt- oder Gehwegplatten versiegelt.»

Die Infrastruktur vieler Städte sei auf die Zunahme heftiger Starkregen nicht ausgelegt, so Specht. «Kanäle und Gullys können nicht so gebaut werden, dass sie jedes Regenereignis aufnehmen.» An vielen Stellen fehle auch der Platz. «Bau- und Betriebskosten würden die Abwassergebühren zudem explodieren lassen.»

Auch Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) forderte angesichts des Klimawandels Anpassungen. «Dazu benötigen die Kommunen gute und innovative Konzepte und Technologien», sagte die Ministerin am Mittwoch anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Forschungsinstituts für Unterirdische Infrastruktur (IKT) in Gelsenkirchen. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf eine große Starkregen-Simulationsanlage, die derzeit für elf Millionen Euro beim dem Institut errichtet wird.

Auch private Hausbesitzer sollten sich gegen starke Regenfälle wappnen. Darauf weist das Kommunale Netzwerk der Abwasserbetriebe hin. «Sturzflutartige Wassermassen können auch dort entstehen, wo keine Senke im Gelände ist und auch kein Gewässer verläuft», warnt das Netzwerk, in dem rund 60 NRW-Abwasserbetriebe mitarbeiten. «Hauseigentümer rechnen dann oft nicht mit der Gefahr und werden besonders von den Wassermassen überrascht.»

Immobilienbesitzer sollten mit verschiedenen Maßnahmen dafür sorgen, dass kein Oberflächenwasser und kein Wasser aus der Kanalisation in die Gebäude eindringen können. Welche Maßnahmen im konkreten Fall angemessen seien, könnten Bürger beim Verbrauchertelefon Abwasser der Verbraucherzentrale erfragen.

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