Prozesse
Brandstifter wegen versuchten Mordes in 33 Fällen verurteilt

Aachen (dpa/lnw) - Das Landgericht Aachen hat ein Paar wegen Brandstiftung und versuchten Mordes in 33 Fällen zu acht und achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Die 38-jährige Frau und der 45-jährige Mann hatten nach Überzeugung des Gerichts mehrmals Feuer gelegt, darunter zweimal in ihrem Kellerraum eines Mehrfamilienhauses. Die Richter begründeten ihr Urteil nach Angaben eines Gerichtssprechers am Montag damit, dass die Angeklagten sich bei der zweiten Brandstiftung im Haus der Gefahr bewusst gewesen sein müssten. Sie hätten den Tod von über 30 anderen Bewohnern billigend in Kauf genommen.

Montag, 16.09.2019, 18:05 Uhr aktualisiert: 16.09.2019, 18:12 Uhr
Das Justizzentrum Aachen mit dem Amts- und Landgericht.
Das Justizzentrum Aachen mit dem Amts- und Landgericht. Foto: Marius Becker

Das Tatmotiv sei laut dem Sprecher hohe Frustration gewesen. Mit den Brandstiftungen hätten sie sich ein «Ventil» geschaffen. Weil die Merkmale der Heimtücke und der gemeingefährlichen Mittel erfüllt seien, ging das Gericht von Mord aus. Die Angeklagten waren laut dem Gerichtssprecher zum Tatzeitpunkt zwar alkoholisiert, das Gericht stufte sie trotzdem als voll schuldfähig ein. Der Alkoholeinfluss habe sich aber strafmildernd ausgewirkt. Die 38-jährige Angeklagte sei wegen ihres Alkoholkonsums in einer Entzugsanstalt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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