EU
Kritik an Innogy-Entscheidung der EU-Kommission

Brüssel (dpa) - Nach dem grünen Licht der EU-Kommission zur Zerschlagung von Innogy haben kleinere Konkurrenten scharfe Kritik geäußert. Der Zusammenschluss der beiden größten deutschen Energiekonzerne, Eon und RWE, sei «eine weitere Zäsur für den deutschen Energiemarkt», teilte der Ökostromanbieter Lichtblick am Dienstag mit. «Wettbewerb und Innovation werden auf der Strecke bleiben - Verbraucher und der Industriestandort Deutschland insgesamt die Zeche zahlen müssen», erklärte Lichtblick-Geschäftsführer Gero Lücking. So eine Machtkonzentration habe es im deutschen Energiemarkt noch nie gegeben. Auch der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU), der die Interessen von Stadtwerken vertritt, äußerte sein Bedauern.

Dienstag, 17.09.2019, 12:04 Uhr aktualisiert: 17.09.2019, 12:12 Uhr
Das Logo von Innogy ist vor der Bilanzpressekonferenz vor der Konzernzentrale zu sehen.
Das Logo von Innogy ist vor der Bilanzpressekonferenz vor der Konzernzentrale zu sehen. Foto: Rolf Vennenbernd

Verbraucherschützer sahen die Entscheidung ebenfalls kritisch. «Die Auflagen sind zu weich - dass Eon keine ihrer zwei Discounter-Töchter verkaufen und auch keine Beteiligung an Stadtwerken oder Regionalanbietern aufgeben muss, überrascht», sagte Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie der Verbraucherzentrale NRW am Dienstag in Düsseldorf. Gemachte Auflagen wie zum Beispiel der Verkauf von 34 Ladestationen seien hingegen kaum spürbar für den Konzern. Nach langer Prüfung hatte die EU-Kommission am Dienstagmorgen die Übernahme unter Auflagen genehmigt. Damit können Eon und RWE den deutschen Strommarkt umkrempeln.

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