Getränke
Warmes Wetter beschert Mineralbrunnen Absatzplus

Das heiße Sommerwetter hat bei Mineralwasserabfüllern in NRW erneut für gute Geschäfte gesorgt. Nach dem Rekordjahr 2018 konnten einige Unternehmen ihren Absatz sogar noch steigern. Die Verbraucher kaufen dabei immer mehr Wasser in Mehrweg-Glasflaschen.

Sonntag, 22.09.2019, 09:32 Uhr aktualisiert: 22.09.2019, 09:42 Uhr
Wasserflaschen der Schloss Quelle werden in der Abfüllanlage befüllt.
Wasserflaschen der Schloss Quelle werden in der Abfüllanlage befüllt. Foto: Roland Weihrauch

Essen (dpa/lnw) - Mineralwasserabfüller in NRW haben auch 2019 vom warmen Sommerwetter profitiert. So verzeichnete etwa die Essener Schloss Quelle Mellis bis Ende Juli eine Absatzsteigerung von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie Inhaber Jörg Mellis sagte. Mehr Mineralwasser und Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränke als im Vorjahr verkaufte auch die Salvus Mineralbrunnen GmbH in Emsdetten. Bis Ende August stieg der Absatz dort ebenfalls um zwei Prozent. Die Wüllner-Gruppe («Carolinen», Bielefeld) konnte beim Umsatz bis Ende Juli ein Plus von 1,1 Prozent verbuchen. Zum Absatz machte das Unternehmen keine Angaben.

2018 hatte die Branche nach Angaben des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen (VDM) bundesweit einen neuen Absatzrekord verzeichnet. Die 192 VDM-Mitgliedsbetriebe füllten insgesamt mehr als 14,9 Milliarden Liter ab. Rein rechnerisch entfielen damit auf jeden Einwohner 147,7 Liter Mineral- und Heilwasser.

«Wetter ist ein Verkäufer», sagte Mellis. Weitere Gründe für die wachsende Nachfrage bei seinem Unternehmen sieht der Inhaber in einer «Markenpolitik, die auf Regionalität und Nachhaltigkeit setzt», und im Megatrend «gesunde Ernährung». Auch Salvus sieht darin eine Ursache für den Zuwachs: «Die Themen Gesundheit, Lifestyle und Genuss, aber auch Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind für das Wachstum in der gesamten Getränkebranche mitverantwortlich», erklärte eine Sprecherin.

Die NRW-Unternehmen berichteten zudem von Absatzsteigerungen bei Mehrweg-Glasflaschen. Mellis sprach in diesem Zusammenhang von einer «Glas-Renaissance». «Man denkt in der Gesellschaft positiver über Glas als über Kunststoffflaschen», sagte er. Bei der Hauptmarke «Schloss Quelle» überwiege der Glasanteil.

Eine Salvus-Sprecherin berichtete, dass der Absatz des Glassortiments in diesem Jahr um mehr als 22 Prozent gestiegen sei. «In Zeiten zunehmend kontroverser Diskussionen um Kunststoff und Verpackungsmüll greifen Verbraucher spürbar mehr zu Getränken in Glasflaschen.» Auch die Wüllner-Gruppe sprach von einer «Steigerung im Glasbereich». Bei Plastik sei der Absatz weiter rückläufig.

Bei der Hövelmann-Gruppe («Rheinfels Quelle», «Sinalco», Duisburg), gehörten Glasflaschen nach eigenen Angaben in den ersten sieben Monaten zu den «wachstumsstärksten Gebinden». Bestimmte Flaschen hätten deutlich zweistellige Absatzsteigerungsraten erreicht, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

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