Motorbrandgefahr bei Ford S-Max
Neue Streifenwagen könnten von Rückruf betroffen sein

Düsseldorf/Münster -

Während Innenminister Herbert Reul (CDU) vergangene Woche in Düsseldorf neue Streifenwagen der nordrhein-westfälischen Polizei vorgestellte, gab Ford am selben Tag bekannt, 100.000 Fahrzeuge wegen der Gefahr eines Motorbrandes zurückrufen zu müssen. Darunter auch das soeben an die Polizei ausgelieferte Modell S-Max. Weder Ford noch das Innenministerium NRW können ausschließen, dass die neuen Polizeiwagen vom Rückruf betroffen sind.  

Dienstag, 01.10.2019, 13:15 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 13:17 Uhr
Motorbrandgefahr bei Ford S-Max: Neue Streifenwagen könnten von Rückruf betroffen sein
Die nordrhein-westfälische Polizei bekommt neue Streifenwagen. Sie sind deutlich größer als die BMW-Kombis, die bislang im Einsatz sind. Foto: dpa

"Da geht es der Polizei wie allen anderen Kunden. Wir würden angeschrieben werden", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Düsseldorf. Bisher seien noch keine Rückrufbescheide bekannt. Zudem werde der Großteil der neuen Streifenwagen erst noch gebaut. Nur eine kleine zweistellige Zahl sei bisher ausgeliefert.

Ein Rückruf mache die Polizei überdies nicht dienstunfähig, so die Sprecherin. "Streifenwagen können immer mal ausfallen, beispielsweise aufgrund eines Unfalls."

Ford S-Max auch im Münsterland unterwegs

Insgesamt werden 2200 neue Streifenwagen gekauft, berichtete die dpa. Davon entfalle ein Drittel auf den Ford S-Max, ein weiteres Drittel auf den Mercedes Vito. Beim restlichen Drittel könnten die 47 Kreispolizeibehörden in NRW selber entscheiden, welches der beiden neuen Modelle geordert werden soll. Im Kreis Warendorf ist bereits ein Ford S-Max im Einsatz, in Steinfurt und in Emsdetten ebenfalls jeweils einer. In Münster werden die Fahrzeuge noch geliefert: zehn Ford S-Max und zehn Mercedes Vitos bis Ende 2019. Bis 2021 folgen dann noch mehr. 

Dass noch nicht klar sei, ob Streifenwagen betroffen sind, liege am zweigeteilten Rückruf, sagte ein Sprecher von Ford. In einer ersten Tranche würden die Halter von betroffenen Wagen der Baujahre 2014 bis 2016 benachrichtigt. Für den zweiten Teil bis zum Baujahr 2019, in den auch die neuen Streifenwagen fallen, lägen noch keine Fahrgestellnummern vor. 

Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) besteht bei betroffenen Fahrzeugen die Gefahr eines Motorbrands durch ausgetretene Batteriesäure. Diese könnte dazu führen, dass der Sensor des Batterie-Überwachungssystems ausfalle. In der Folge könnten sich die Materialien in diesem Bereich so stark erwärmen, dass sie sich entzünden. Das könne möglicherweise auch bei geparkten und unbeaufsichtigten Autos passieren. Betroffen seien Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum vom 13. Februar 2014 bis 11. Februar 2019 aus dem Werk Valencia in Spanien.

Mehr Fassungsvermögen

Die neuen Streifenwagen von Ford und Mercedes sollen die stetig gewachsene Menge an Ausrüstung künftig bewältigen. Das Platzangebot der BMW-Kombis im Streifenwageneinsatz war von Polizisten als zu gering kritisiert worden. Die neuen Streifenwagen sind deutlich größer, um die wachsende Ausrüstung der Beamten, einschließlich besonders gesicherter Maschinenpistolen im Kofferraum, besser fassen zu können.

Mit aufwendigen Tests habe man sicherstellen müssen, dass sich die verschiedenen technischen Systeme nicht gegenseitig elektromagnetisch stören.Die neuen Streifenwagen haben eine Rückfahrkamera und Kameras für den Fahrweg vorne, Blaulicht auch an den vorderen Fahrzeugecken, um früher gesehen zu werden, sowie Schreibflächen auf den Rücksitzen und am Kofferraum. Beide Modelle werden von Zwei-Liter-Dieselmotoren der Euro-6-Norm mit je 190 PS angetrieben.

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