Industrie
Grüne: Laschet muss bei Thyssenkrupp aktiv werden

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Landesvorsitzende der Grünen, Mona Neubaur, fordert von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mehr Einsatz für die Mitarbeiter des angeschlagenen Thyssenkrupp-Konzerns. «Die Situation bei Thyssenkrupp verunsichert die Beschäftigten», sagte Neubaur am Freitag. Sie müssten aus den Medien erfahren, dass ihrem Arbeitgeber die Zerschlagung und ein potenziell existenzbedrohender Abfluss von Mitteln drohe. All das kommentiere Laschet wie ein unbeteiligter Beobachter. «Es ist an der Zeit, dass er diese Rolle verlässt», verlangte Neubaur.

Freitag, 27.09.2019, 15:17 Uhr aktualisiert: 27.09.2019, 15:22 Uhr
Armin Laschet (CDU), Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und Mitglied im Kuratorium der Krupp-Stiftung.
Armin Laschet (CDU), Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und Mitglied im Kuratorium der Krupp-Stiftung. Foto: Federico Gambarini

Laschet sei Mitglied im Kuratorium der Krupp-Stiftung, des größten Aktionärs des Konzerns. «Der Ministerpräsident kann über dieses Gremium einen entscheidenden Einfluss auf eines der wichtigsten Industrieunternehmen in NRW nehmen - er sollte ihn endlich zum Wohle der Beschäftigten einsetzen», sagte die Grünen-Politikern. Laschet müsse sich eng mit den Arbeitnehmervertretern bei Thyssenkrupp austauschen.

Ein Sprecher der Landesregierung wies die Kritik zurück. Der Ministerpräsident sei im ständigen Austausch unter anderem mit den Arbeitnehmervertretern von Thyssenkrupp. Noch am Donnerstag habe er mit dem stellvertretenden Aufsichtratsvorsitzenden Markus Grolms von der IG Metall über die Lage gesprochen. Laschet hatte am Donnerstag gesagt: «Es muss alles getan werden, dass es nicht zu einer Zerschlagung kommt und dass das Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt.»

Hintergrund der Äußerungen Neubaurs sind Spekulationen, der schwedische Großaktionär Cevian fordere die Ausschüttung von mindestens der Hälfte des Verkaufserlöses der profitablen Aufzugssparte. Thyssenkrupp braucht aber dringend Geld für den geplanten Konzernumbau.

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