Landtag
NRW-Regierung: Mehr Geld für Studentenbuden

Studentenbude verzweifelt gesucht: Das gilt für viele angehende Akademiker zum Start des Wintersemesters. Das Angebot ist zu knapp und viel zu teuer - Anlass für eine Aktuelle Stunde des NRW-Landtags.

Donnerstag, 10.10.2019, 12:45 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 12:52 Uhr
Ein Zettel mit der Aufschrift "Suche WG-Zimmer" hängt an einem Schwarzen Brett.
Ein Zettel mit der Aufschrift "Suche WG-Zimmer" hängt an einem Schwarzen Brett. Foto: Daniel Naupold

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung will mittelfristig mehr Geld in Wohnungsangebote für Studenten investieren. Ab 2021 würden dafür die allgemeinen Zuschüsse an die Studierendenwerke um zehn Prozent auf 44,5 Millionen Euro erhöht, kündigte Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) am Donnerstag in Düsseldorf an.

SPD und Grüne warfen der CDU /FDP-Koalition in einer Aktuellen Stunde des Landtags vor, die Studierendenwerke nicht ausreichend zu finanzieren und die angehenden Akademiker bei ihrer Wohnungssuche im Stich zu lassen. Nur für 6,5 Prozent der rund 774 000 Studierenden in NRW gebe es einen der rund 38 000 Wohnheimplätze, stellte die SPD fest. An den Universitäten in NRW hat gerade das aktuelle Wintersemester begonnen.

Pfeiffer-Poensgen räumte ein, Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen zählten zu den 20 am meisten angespannten Wohnungsmärkten in Deutschland. Ziel der Landesregierung sei es, an allen 70 Hochschulstandorten in NRW ein attraktives Wohnungsangebot bereitzustellen. Die angespannte Lage zu Beginn des Semesters sei allerdings nicht neu. Auch Abgeordnete von CDU, FDP und AfD hielten SPD und Grünen vor, das Problem in ihren jahrzehntelangen Amtszeiten selbst ausgesessen zu haben.

Bauminister Ina Scharrenbach (CDU) verwies auf ein mit 50 Millionen Euro unterlegtes, über die NRW.Bank aufgelegtes Förderprogramm für Studentenwohnungen. Im vergangenen Jahr seien davon rund 40 Millionen abgerufen worden - doppelt so viel wie 2017. Mit dem Geld hätten 687 neue Wohnheimplätze errichtet werden können. Allerdings habe nur ein Studentenwerk Mittel beantragt; der Großteil der Mittel sei an private Investoren geflossen.

SPD-Fraktionsvize Jochen Ott kritisierte, den Studierendenwerken fehlten finanzielle und personelle Ressourcen, um den riesigen Sanierungsstau und den notwendigen Neubau gleichzeitig zu bewältigen. Sie benötigten mehr Gelder und mehr Unterstützung vom Land.

Die Lage sei dramatisch und erfordere beherztes Handeln, unterstrich Ott. So seien die Wohnkosten in den Universitätsstädten des Landes seit 2012 zwischen 17 und 30 Prozent gestiegen. «20 Euro pro Quadratmeter für ein WG-Zimmer sind keine Seltenheit mehr.»

Laut einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft und der Finanzberatung MLP werden in den teuersten Uni-Städten Köln, Bonn und Düsseldorf für 30 Quadratmeter im Schnitt mehr als 400 Euro fällig. In Aachen warten nach Angaben der Studierendenwerke derzeit noch rund 5000 Studierende, in Köln mehr als 2100 auf einen Platz in einem günstigen Wohnheim. Die Durchschnittsmiete dort liegt in NRW bei 257 Euro.

Der Grünen-Angeordnete Matthi Bolte-Richter warf der Regierung vor, statt konkreten Maßnahmen nur «eine Ansammlung von Prüfaufträgen» und Runde Tische anzubieten. Dabei habe Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) vor seiner Wahl angekündigt, mit ihm werde es, «keine Runden Tische und kein Blabla» mehr geben.

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