Lebensmittel
Durchfallrisiko: Molkerei-Unternehmen nehmen Milch vom Markt

In der DMK-Molkerei in Everswinkel war eine Dichtung defekt. Die Folgen sind gravierend. Ein Krankheitserreger gelangte in die Milch. Bundesweit werden Literpacks mit fettarmer Milch zurückgerufen.

Freitag, 11.10.2019, 17:22 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 17:32 Uhr
Milch fließt in ein Glas. F.
Milch fließt in ein Glas. F. Foto: Sebastian Gollnow

Everswinkel/Bremen (dpa/lnw) - Eine defekte Dichtung in einer Produktionsanlage einer Molkerei in Everswinkel (Kreis Warendorf) hat einen deutschlandweiten Rückruf bestimmter Packungen fettarmer Frischmilch verursacht. Der große Milchhändler Deutsche Milchkontor (DMK) und das Unternehmen Fude + Serrahn haben am Freitag den Artikel «Frische Fettarme Milch 1,5 % Fett» im Ein-Liter-Pack vom Markt genommen. In einer Probe seien Bakterien gefunden worden, die Durchfallerkrankungen auslösen können, teilte das DMK in Bremen mit.

Betroffen seien nur Packungen mit der Molkerei-Kennung DE NW 508 EG und bestimmten Mindesthaltbarkeitsdaten. Zu den Abnehmern der Frischmilch mit 1,5 Prozent Fett zählen fast alle großen Lebensmittelhändler in Deutschland: von Metro, Aldi Nord und Süd sowie Lidl bis zu Edeka, Netto und Real. Verkauft wurde die Milch aber zumeist nur in einzelnen Regionen der Handelsketten. Alle Supermärkte hätten die Milch aus dem Verkauf genommen. Zu den Mengen machten weder DMK noch die Händler Angaben.

Die Molkerei in Everswinkel gehört zum DMK, dem nach eigenen Angaben größten genossenschaftlichen Molkereiverband in Deutschland. Dort war nach DMK-Angaben die defekte Dichtung bei routinemäßigen Reinigungskontrollen entdeckt worden. Daraufhin seien Proben auch an ein externes Labor geschickt worden. In einer dieser Proben wurde eine Rekontamination mit dem Bakterium Aeromoas hydrophila/caviae nachgewiesen worden. Unter Rekontamination versteht man eine Verunreinigung eines bereits durcherhitzten Lebensmittels.

Die Laborergebnisse seien am Donnerstag nahezu zeitgleich mit einer ersten Kundenreklamation eingegangen. Darauf sei der Rückruf ergangen, teilte das DMK mit. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Warendorf wurde am Freitagmorgen über den Rückruf informiert. Es prüft nach Angaben des Kreises, ob die vom Unternehmen veranlassten Maßnahmen «angemessen und wirksam sind». Das ist nach Einschätzung des Amtes der Fall. «Die getroffenen Maßnahmen lassen darauf schließen, dass die Qualitätssicherung der Firma funktioniert», heißt es in einer Mitteilung des Kreises.

Die Molkerei werde wie andere Lebensmittel verarbeitende Unternehmen «regelmäßig entsprechend einer Risikobewertung» kontrolliert, teilte der Kreis weiter mit. Dazu gehörten «die Überwachung der betriebseigenen Kontrolle und Dokumentation und entsprechende Probenuntersuchungen».

Das Bakterium Aeromonas hydrophila komme vor allem in Tieren vor, sagte die Göttinger Infektionsexpertin Anna Dudakova der Deutschen Presse-Agentur. «Er kann sich zum Beispiel in Ausscheidungen von Tieren finden.» Wer belastete Produkte verzehre, könne durchaus Beschwerden bekommen. «Meist geschieht das in Form von Durchfällen.» Bei schwachem Immunsystem könne der Verlauf aber auch schwerer sein, sagte die Ärztin vom Institut für Medizinische Mikrobiologie der Uniklinik Göttingen.

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