Polizei
Innenminister stellt Datenspeicher-Spürnasen vor

Im Polizei- und Missbrauchsskandal von Lügde half ein Diensthund aus Sachsen mit besonders trainiertem Näschen für Datenträger, versteckte Beweismittel zu finden. Jetzt hat die NRW-Polizei selbst Hunde mit dieser besonderen Schnüffel-Kompetenz ausgebildet.

Dienstag, 15.10.2019, 02:42 Uhr aktualisiert: 15.10.2019, 02:52 Uhr
Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen (CDU), spricht im Landtag.
Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen (CDU), spricht im Landtag. Foto: Henning Kaiser

Neuss (dpa/lnw) - Innenminister Herbert Reul ( CDU ) stellt heute in Neuss die ersten Polizeihunde Nordrhein-Westfalens vor, die Datenspeicher erschnüffeln können. Fünf ursprünglich auf Rauschgift spezialisierte Schnüffelnasen sind in den vergangenen Monaten zusätzlich darin ausgebildet worden, auch Smartphones, SIM- und Speicherkarten, USB-Sticks, Festplatten sowie CDs aufzuspüren.

Die Spezialausbildung der Hunde ist eine Konsequenz aus der Pannenserie bei der Aufklärung des massenhaften Kindesmissbrauchs im lippischen Lügde. Damals musste Spürhund «Artus» aus Sachsen angefordert werden, der dort für die Justiz Datenträger und Handys in Gefängnissen oder für den Zoll erschnüffelt. Der Belgische Schäferhund fand auf dem Campingplatz in Lügde tatsächlich in einer Sesselritze übersehene Beweismittel.

NRW hat erst seit kurzem vierbeinige Datenträger-Schnüffler als Justiz-Hunde im Einsatz. Für die nordrhein-westfälische Polizei gehen jetzt die ersten Supernasen mit dieser Spezialausbildung an den Start.

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