Kriminalität
Pistolenteile-Schmuggel aus Fabrik: Prozess gestartet

Arnsberg (dpa/lnw) - Vor dem Landgericht Arnsberg hat der Prozess gegen den Ex-Mitarbeiter eines Waffenherstellers begonnen, der jahrelang Pistolenteile aus der Fabrik geschmuggelt, sie zuhause zusammengebaut und verkauft haben soll. Seit 2015 soll der langjährige Mitarbeiter des Arnsberger Sportwaffenherstellers Umarex bei seinem Arbeitgeber Einzelteile für etwa 70 Pistolen sowie Konstruktionszeichnungen gestohlen haben. Zunächst habe er sie problemlos vom Gelände bringen können, sagte der Staatsanwalt am Donnerstag bei der Verlesung der Anklage. Als die Firma die Sicherheitsvorkehrungen verstärkte, habe er Läufe oder andere Pistolenteile in einer Thermoskanne oder Geldbörse hinausgeschleust.

Donnerstag, 17.10.2019, 10:57 Uhr aktualisiert: 17.10.2019, 11:02 Uhr
Der Eingangsbereich des Landgerichts in Arnsberg.
Der Eingangsbereich des Landgerichts in Arnsberg. Foto: Bernd Thissen

Fünf weitere Männer sitzen mit dem Deutsch-Portugiesen auf der Anklagebank. An einen von ihnen hatte der 47-Jährige seit 2016 etwa 70 Waffen verkauft. Der 27-Jährige aus Menden soll sie dann in kriminelle Kreise weitergereicht haben. Immer wieder waren die nicht registrierten Pistolen danach bei Razzien sichergestellt worden. So sollen einzelne Waffen nach Ermittlerangaben auch bei drei versuchten Tötungsdelikten in der Hagener Rockerszene verwendet worden sein. Einem der angeklagten mutmaßlichen Abnehmer der Waffen wird auch Drogenhandel zur Last gelegt, ein weiterer soll in Unna eine Waffenwerkstatt und regen Handel betrieben haben.

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