Demonstrationen
Kölner Kurden-Kundgebung friedlich gestartet

Die türkisch-kurdischen Spannungen nach der Militäroffensive in Nordsyrien schwappen auch auf NRW über. Die Polizei wappnet sich für über 20 000 Demonstrierende und einige tausend Gewaltbereite in Köln.

Samstag, 19.10.2019, 12:03 Uhr aktualisiert: 19.10.2019, 12:12 Uhr
Teilnehmer einer Demonstration der Kurden schwenken Fahnen der YPG.
Teilnehmer einer Demonstration der Kurden schwenken Fahnen der YPG. Foto: Axel Heimken

Köln (dpa) - Zum Auftakt der geplanten Großdemonstration gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien haben sich am Samstag in Köln einige Hundert Protestierende zu ersten Kundgebungen versammelt. Auf Transparenten war unter anderem zu lesen: «Keine Deals mit dem AKP-Regime» oder «Der Hauptfeind steht im eigenen Land».

Die Polizei sprach von einem ruhigen Beginn ohne Ausschreitungen. Am Kölner Hauptbahnhof seien zwar mehrere Anreisende überprüft worden, es sei aber niemand in Polizeigewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Die Demonstrationszüge sollten sich gegen Mittag in Bewegung setzen. Die Polizei beobachtete am Vormittag bereits einen «starken Zulauf». Die Sicherheitskräfte rechneten mit rund 20 000 Demonstrierenden - darunter auch gewaltbereiten aus ganz Europa.

Die Veranstalter - mehrere linke Bündnisse und die Partei Die Linke - riefen die mit Flaggen der kurdischen Miliz ausgestatteten Demonstrierenden zu Beginn zu friedlichen Kundgebungen auf: «Es ist sehr wichtig, dass wir uns nicht provozieren lassen». Im Sprechchor wurde aus der Menge skandiert: «Solidarität heißt Widerstand - Kampf dem Faschismus in jedem Land».

Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu , twitterte am Morgen unter dem Stichwort «#WirHier»: «Für den Zusammenhalt in Deutschland, gegen Gewalt auf unseren Straßen.» Die Dachverbände der kurdischen Gemeinden in Deutschland haben eigenen Angaben zufolge keine Anhaltspunkte für Gewaltbereitschaft.

Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob hatte bereits am Freitag gewarnt, die Demonstration könne bei entsprechender Gefährdungslage auch noch kurzfristig verboten beziehungsweise bei Gewalttätigkeiten umgehend beendet werden. Die Einsatzkräfte stünden mit mehreren Hundertschaften und Wasserwerfern bereit. Die Veranstalter hatten rund 15 000 Teilnehmer angemeldet, viele Kurden werden erwartet.

Die Stadt Köln empfahl, den Innenstadtbereich großräumig und bat in einer Mitteilung ausdrücklich darum, «keine Fahrräder entlang der angekündigten Versammlungsorte und Aufzugswege abzustellen».

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