Verschärfung des Waffenrechts
Jäger und Schützen sauer auf Seehofer

Düsseldorf - Mit massiven Proteste wenden sich Jäger, Schützen und auch Waffenhändler gegen eine neuerliche Verschärfung des Waffenrechts.

Donnerstag, 24.10.2019, 17:51 Uhr aktualisiert: 24.10.2019, 18:06 Uhr
Verschärfung des Waffenrechts: Jäger und Schützen sauer auf Seehofer
Horst Seehofer Foto: Christoph Soeder/dpa

Nach dem Terroranschlag von Halle hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer ( CSU ) mit Unterstützung seiner Länderkollegen strengere Regeln etwa für den Nachweis eines regelmäßigen Schießtrainings angekündigt. Zudem soll es neue Höchstgrenzen für Munitionsmagazine von zehn Schuss für Gewehre und maximal 20 Schuss für Pistolen und Revolver geben. In einer gemeinsamen Erklärung kritisieren die im „Forum Waffenrecht“ zusammengeschlossenen Verbände und der Deutsche Schützenbund, die Maßnahmen seien ein „Bürokratiemonster“, die Sportschützen würden mit schärferen Vorgaben für längst erworbene Waffen „schikaniert“. Der Jagdverband monierte, „legale, gesetzestreue Waffenbesitzer“ würden grundlos bestraft.

Insbesondere die Anforderung, das Schützen mit jeder Waffe 18 Trainingseinheiten im Jahr absolvieren, mache „den kompletten Schießsport kaputt“, warnte der NRW-Präsident des Bundes Deutscher Sportschützen, Horst-Ingo Sebode. „Es gibt nicht genügend Schießstände, um das umzusetzen.“ Schützen müssten das mit jeweils einer Stunde zu veranschlagende Training für die Waffenbesitzkarte nachweisen und Behörden müssten dies prüfen, illustrierte der Sprecher des Deutschen Schützenbundes, Thilo von Hagen, den Aufwand.

Seehofer gaukele den Bürgern nur vor, dass so mehr Sicherheit gewonnen werde, rügen die Verbände. Schärfere Regeln könnten Taten wie die von Halle aber nicht verhindern. Kritisch bewerten sie die geplanten Waffenverbotszonen, in denen auch Messer verboten sind. Anfang November will der Innenausschuss des Bundestages die Verbände anhören.

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