Kriminalität
Nach Kabelbinder-Attacke: Polizei sichtet Videos

Zwei Taten an Karneval beschäftigen weiter die Kölner Polizei. Sie sucht nach einem Unbekannten, der einem 22-Jährigen einen Kabelbinder um den Hals gelegt und zugezogen haben soll. Eine Mordkommission ermittelt im zweiten Fall: Von einem Hochhaus wurden Steine geworfen.

Mittwoch, 13.11.2019, 18:20 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 18:32 Uhr
Kabelbinder als Handschellen hängen an einem Fenstergriff im so genannten Abrams-Komplex.
Kabelbinder als Handschellen hängen an einem Fenstergriff im so genannten Abrams-Komplex. Foto: Peter Kneffel

Köln (dpa/lnw) - Eine Ermittlungsgruppe der Kölner Polizei sucht weiter nach dem Unbekannten, der am 11.11. einem 22 Jahre alten Karnevalisten einen Kabelbinder um den Hals gelegt und zugezogen haben soll. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte, wird dafür Videomaterial gesammelt. So sei man unter anderem mit Gastronomen rund um den Heumarkt im Gespräch, deren Überwachungskameras etwas gefilmt haben könnten. Auch das Filmmaterial des WDR , der live vom Heumarkt gesendet hatte, werde überprüft. Konkrete Zeugenhinweise habe es bisher noch nicht gegeben.

Die Polizei sucht daher nach eigenen Angaben weiter nach Zeugen, die mit ihrem Handy etwas gefilmt oder fotografiert haben könnten. Wer entsprechendes Material habe, solle sich bei den Ermittlern melden.

Das Plastikband saß bei dem 22 Jahre alten Mann aus Trier so fest, dass ihn ein Arzt in einem Sanitätszelt davon befreien musste. Die Staatsanwaltschaft stuft den Fall bisher als gefährliche Körperverletzung ein. Ob der oder die Täter mehrfach zuschlugen, ist weiter unklar. Die Polizei hatte «vage Hinweise» auf zwei weitere Fälle bekommen, die aber von Zeugen als nicht so gravierend dargestellt worden waren.

Auch eine andere Tat an Karneval beschäftigt weiter die Kölner Polizei. Im Fall zweier junger Männer, die mehrere Steinbrocken von einem Hochhaus geworfen und einen Karnevalisten verletzt haben sollen, wird wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt. Eine Mordkommission sei eingesetzt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Die Ermittler werten demnach DNA-Spuren aus, suchen Zeugen und prüfen, ob es Videomaterial privater Überwachungskameras gibt.

Nach dem Vorfall am 11.11. in der Kölner Innenstadt waren zwei Tatverdächtige, ein 17- und ein 19-Jähriger, festgenommen worden. Sie seien mittlerweile wieder auf freiem Fuß, «da die bisherige Beweislage für eine Vorführung vor den Haftrichter nicht ausreichte», wie es hieß. Den jungen Männern werde aber weiterhin vorgeworfen, die «Klumpen» vom Dach des achtstöckigen Gebäudes geworfen zu haben. Dem 18 Jahre alten Leichtverletzten gehe es den Umständen entsprechend gut.

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