Prozesse
Betrunkener in Bärenkostüm angefahren: Schmerzensgeld

Bonn (dpa/lnw) - Nach einem Unfall mit einem betrunkenen Karnevalisten in einem Braunbären-Kostüm ist ein Autofahrer zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt worden. Der 61-Jährige müsse 6000 Euro an den Kläger zahlen, teilte ein Sprecher des Landgerichts Bonn am Montag mit. Hinzu komme, dass er Folgekosten des Unfalls zu 25 Prozent zu tragen habe.

Montag, 02.12.2019, 17:02 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 17:12 Uhr

Im Urteil hieß es, dass der 20 Jahre alte Karnevalist den Unfall an Rosenmontag 2018 zwar überwiegend verschuldet habe. Dennoch treffe den 61 Jahre alten Autofahrer zu 25 Prozent eine Schuld, da er die Pflicht, auf Sicht zu fahren, verletzt habe - also so zu fahren, dass man jederzeit auf ein Hindernis reagieren kann. Dazu gehöre auch, «in der Dunkelheit mit volltrunkenen Fußgängern - erst recht im Karneval - auf der rechten Fahrbahnseite» zu rechnen.

Der 20-Jährige war damals nachts alleine auf einer Bundesstraße unterwegs gewesen. Der Autofahrer fuhr mit korrekten 70 Stundenkilometern durch die Nacht. Plötzlich sei der «Bär» vor seinem Auto aufgetaucht, hatte er erklärt.

Der Student hatte durch den Unfall schwere Kopf- und Hirnverletzungen erlitten. Fast zwei Monate lag er im Koma. Bis heute muss er von seinen Eltern betreut werden.

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