Prozesse
Drei Jahre und neun Monate Haft für Kölner IS-Terroristin

Sie heiratete per Videochat einen IS-Kämpfer und zog von Köln mit ihrem Sohn ins Krisengebiet. Nun wurde die Syrien-Rückkehrerin als IS-Terroristin verurteilt.

Mittwoch, 04.12.2019, 17:46 Uhr aktualisiert: 04.12.2019, 17:52 Uhr
Justitia-Figur auf dem Gerechtigkeitsbrunnnen auf dem Römerberg.
Justitia-Figur auf dem Gerechtigkeitsbrunnnen auf dem Römerberg. Foto: Frank Rumpenhorst

Düsseldorf (dpa/lnw) - Eine 47-jährige Kölnerin ist als IS-Terroristin und Kriegsverbrecherin zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach die Syrien-Rückkehrerin am Mittwoch schuldig und folgte dem Strafantrag der Bundesanwaltschaft . Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert. 

Die 47-Jährige aus Köln musste sich seit August in Düsseldorf vor Gericht verantworten. Sie hatte nach islamischem Recht einen IS-Kämpfer aus Herford per Videochat geheiratet und war 2015 nach Syrien ausgereist. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie 2018 festgenommen worden.

Die Verteidiger argumentierten, Mine K. habe schon wenige Tage nach ihrer Ankunft in Syrien zurückkehren wollen. Dass sie im Haushalt eines IS-Kämpfers gekocht und geputzt habe, reiche nicht, um sie als IS-Terroristin zu verurteilen, so die Verteidigung. 

Das sei zu kurz gedacht, so das Gericht: Es gebe keine Zweifel daran, dass Mine K. aus Deutschland ausgereist sei, um sich der Terrormiliz «Islamischer Staat» anzuschließen. Mehrfach habe sie über soziale Medien ihre Verbundenheit mit der Terrormiliz bekundet. 

Die Bundesanwaltschaft hatte angeführt, dass die Kölnerin im Internet sogar ihre Sympathie für die islamistischen Attentäter bekundet hatte, die die Redaktion des französischen Satire-Magazins Charlie Hebdo heimgesucht hatten.

Die Kölnerin sei mit ihrem damals neunjährigen Sohn aus erster Ehe nach Syrien gereist und habe dort zwischenzeitlich auch ein Haus bewohnt, das ihr der IS zugeteilt hatte. Darin sah das Gericht ein Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung, der das Haus weggenommen worden war.

Die 47-Jährige aus Köln ist inzwischen an Krebs erkrankt. «Mir geht es nicht gut und es wird immer schlimmer», sagte sie. Die Krebsbehandlung soll während der Haft sichergestellt werden, kündigte das Gericht an. Das Urteil kann noch mit der Revision beim Bundesgerichtshof angefochten werden.

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