Jahreswechsel
Großstädte halten an Böllerverbotszonen zu Silvester fest

Münster/Düsseldorf -

Aus Sicherheitsgründen setzen einige NRW-Städte beim Jahreswechsel erneut auf Bannmeilen für Feuerwerkskörper. Während die Zonen in Köln und Düsseldorf erprobt sind, lehnt Münster ein Böller-Verbot aus einem Grund komplett ab. 

Freitag, 06.12.2019, 05:45 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 09:41 Uhr
Das alljährliche Silvester-Feuerwerk in Düsseldorf.
Das alljährliche Silvester-Feuerwerk in Düsseldorf. Foto: Daniel Naupold

Für die Silvesterfeiern in gut drei Wochen halten mehrere Großstädte in Nordrhein-Westfalen aus Sicherheitsgründen an Böllerverbotszonen fest. In Köln, Düsseldorf und Bielefeld wird es wie bereits im Vorjahr in zentralen Lagen verboten, Feuerwerkskörper abzubrennen oder mitzunehmen, wie die Städte mitteilten. Neu hinzu kommt in diesem Jahr Aachen. In anderen Großstädten sind dagegen keine Bannmeilen geplant.

KÖLN: Wie in den vergangenen drei Jahren wird rund um den Dom und in Teilen der Altstadt mit Absperrungen eine böllerfreie Zone eingerichtet. An den Zugängen werden Feiernde ab 17.30 Uhr kontrolliert. Erweiterte Sperrbereiche sollen bei Bedarf eingerichtet werden. Die Maßnahme wurde 2016 beschlossen, nachdem es in der Silvesternacht 2015/16 unter anderem auf der Domplatte zu sexuellen Übergriffen gekommen war. Dabei waren auch Feuerwerkskörper unkontrolliert in die Menge geworfen worden.

Sicheres Silvester

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  • Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann rät, in der anste-henden Silvesternacht nur geprüfte und zugelassene Feuerwerksartikel zu benutzen. „Insbesondere über das Internet werden immer wieder illegale Böller und Raketen gekauft, die eine unberechenbare Wirkung haben. Wer diese verbotenen Pyrotechnikartikel zündet, riskiert seine Gesundheit und sogar sein Leben“, warnt Minister Laumann.

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  • Jedes Jahr kommt es in der Silvesternacht zu schweren Unfällen, bei denen Menschen Augenlicht, Hörvermögen oder Hände verlieren. Die Ursache ist meist: ein zu leichtfertiger Umgang mit gefährlichen Knall-körpern.

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  • Verbraucher können geprüftes und zugelassenes Feuerwerk unter an-derem am CE-Kennzeichen und der Kennnummer der Prüfstelle erken-nen. Der Kauf im namhaften Einzelhandel gibt zusätzlich Sicherheit.

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  • Auch in diesem Jahr sind wieder die Expertinnen und Experten der Be-zirksregierungen unterwegs, um gefährliches Feuerwerk aus dem Ver-kehr zu ziehen, bevor es in die Hände der Verbraucher gelangt. Dabei kontrollieren sie auch die Einhaltung der Vorschriften für den Verkauf von Feuerwerk. Feuerwerksartikel der Kategorie F2 (Raketen, Kano-nenschläge, Böller) dürfen nur an Personen ab 18 Jahren verkauft oder weitergegeben werden.

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  • Der Verkauf ist in diesem Jahr vom 28. bis zum 30. Dezember erlaubt, das Abbrennen nur am 31. Dezember und 1. Januar.

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  • Beim Kauf und Zünden von Feuerwerksartikeln sollten folgende Tipps beachtet werden:

    • beim Kauf auf das CE-Kennzeichen achten
    • Sicherheitshinweise genau lesen und beachten
    • Sicherheitsabstand, insbesondere zu Personen, einhalten
    • Böller nach dem Anzünden sofort wegwerfen
    • sich nach dem Zünden von Raketen und Fontänen schnell entfernen
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    • bei Raketen auf eine sichere „Abschussrampe“ achten.
    • Raketen und Fontänen nie unter Vordächern, Bäumen etc. zünden
    • „Blindgänger“ nie erneut zünden – am besten mit Wasser übergießen
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    • Keine Basteleien mit Feuerwerkskörpern – dies ist eine häufige Unfallursache
    • Fenster und Türen geschlossen halten, damit angezündete Feuerwerkskörper nicht in das Gebäude gelangen können
    • Haustiere in einen möglichst ruhigen Raum bringen
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  • Einen Handzettel mit den wichtigsten Tipps stellt das Ministerium kostenlos zur Verfügung: https://www.mags.nrw/broschuerenservice

    Weitergehende Informationen sind auch bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) erhältlich: https://www.bam.de/

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DÜSSELDORF: Fast in der kompletten Altstadt gilt zwischen 20 Uhr und 6 Uhr ein Feuerwerksverbot. Kontrollstellen gibt es nicht, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Die Maßnahme wurde vor drei Jahren erstmals eingeführt, weil in den engen Gassen, dem Burgplatz und der Rheinuferpromenade Sicherheitsabstände beim Abbrennen der Böller nicht eingehalten wurden, was bei den Feiernden immer wieder zu Verletzungen wie Platzwunden am Kopf führte.

BIELEFELD: In zwei Zonen der Innenstadt sind Feuerwerkskörper in der Silvesternacht untersagt: am Bielefelder Boulevard im neuen Bahnhofsviertel, der zentralen Ausgehmeile der Stadt, sowie im Bereich um die Sparrenburg. Zwischen 22 Uhr und 2 Uhr gilt hier ein Abbrennverbot für Pyrotechnik, wie die Stadt mitteilte. Diese Maßnahme habe sich zum Schutz der Besucher bewährt. Silvester 2015/16 war es auch in Bielefeld zu sexuellen Übergriffen und Trickdiebstählen gekommen.

AACHEN: Erstmals hat die Domstadt innerhalb des Grabenrings zum Schutz der historischen Bauten eine 55 Hektar große Bannmeile erlassen. Das Verbot in der Altstadt gilt zwischen Silvester, 18 Uhr und Neujahr, 6 Uhr für das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern, die eine Höhe von mehr als zwei Metern erreichen können. Vor neun Jahren war es in der Silvesternacht durch eine Feuerwerksrakete zu einem Brand in der Nikolauskirche gekommen. Das Feuer hatte das Gebäude und den Hochaltar beschädigt.

DORTMUND: Ob es in der größten Ruhrgebietsstadt erneut eine Bannmeile geben wird, steht noch nicht fest. Man sei in der finalen Abstimmungsphase, sagte ein Stadtsprecher. Man habe in den vergangenen beiden Jahren gute Erfahrungen mit Verbotszonen rund um den Alten Markt, die Reinoldikirche und den Bahnhofsvorplatz gemacht. Damals wurden die Zufahrten durch Polizei und Ordnungsamt kontrolliert.

DUISBURG, ESSEN, WUPPERTAL, BONN, MÜNSTER: Hier werden keine Verbotszonen eingerichtet. In Duisburg, Essen und Wuppertal gibt es keine zentralen Partymeilen. Die Feiernden verteilen sich hier auf mehrere Punkte und Viertel. Auch Bonn hat in den vergangenen Jahren keine negativen Erfahrungen mit Silvesterfeiern in der Altstadt mit ihren Kneipen und Bars gemacht, wie eine Sprecherin sagte. Eine Verbotszone sei daher nicht nötig. Ebenso lehnt Münster ein Böller-Verbot komplett ab. Man wolle «das jahrhundertealte Brauchtum weiter gestatten», teilte die Domstadt jüngst mit.

Zuletzt hatten München und Hamburg für dieses Jahr erstmals böllerfreie Zonen in den Innenstädten angekündigt. Komplett untersagt sind Feuerwerke auf Sylt, Föhr und Amrum. In der Nähe von Krankenhäusern, Altenheimen und Kirchen ist das Abbrennen von Böllern ohnehin verboten. 

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