Kirche
Schutz vor sexualisierter Gewalt: Landessynode für Gesetz

Bad Neuenahr-Ahrweiler (dpa) - Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) stärkt ihren Schutz vor sexualisierter Gewalt. Ein entsprechendes Gesetz beschloss die Landessynode am Mittwoch einstimmig bei ihrer Tagung in Bad Neuenahr, wie die EKiR mitteilte. Es umfasst bereits 2003 verabschiedete Leitlinien einschließlich einer «Null-Toleranz-Politik» und soll am 1. Januar kommenden Jahres in Kraft treten.

Mittwoch, 15.01.2020, 18:45 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 18:52 Uhr
Die Kirchturmspitze eines Doms im Gegenlicht.
Die Kirchturmspitze eines Doms im Gegenlicht. Foto: Friso Gentsch

Unter anderem sieht das Gesetz vor, dass alle Mitarbeiter der EKiR, die sich über Teile von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland erstreckt, bei ihrer Einstellung und dann alle fünf Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen. Rechtskräftig wegen entsprechender Straftaten verurteilte Bewerber können zudem keine Stelle in der Kirche bekommen. Alle Mitarbeiter müssen Verdachtsfälle melden.

Laut der EKiR war seit 2003 gegen 29 Pfarrerinnen und Pfarrer ein straf- und/oder disziplinarrechtliches Verfahren eingeleitet worden. Derzeit seien sechs Verfahren anhängig, davon drei bei der Staatsanwaltschaft, hieß es am Dienstag. Eine unabhängige Kommission habe in 20 Fällen Geldzahlungen an Opfer positiv beschieden, dabei in sieben Fällen mit Pfarrern als Tätern.

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