Sport
«A Home for Respect»: Invictus Games 2022 in Düsseldorf

Die Invictus Games sind eine Herzenssache für Prinz Harry. Schließlich ist er Schirmherr des Wettbewerbs für Soldaten, die im Einsatz verletzt wurden. Auch der Verteidigungsministerin ist wichtig, dass die Leistung dieser Soldaten anerkannt wird.

Donnerstag, 16.01.2020, 17:51 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 18:02 Uhr
Prinz Harry bei einer «Invictus Games»-Abschlussveranstaltung.
Prinz Harry bei einer «Invictus Games»-Abschlussveranstaltung. Foto: Nathan Denette

Düsseldorf/London (dpa/lnw) - Die vom britischen Prinzen Harry gegründeten Invictus Games für kriegsversehrte Soldaten finden im Juni 2022 in Düsseldorf statt. Die Wettbewerbe in bis zu 14 Sportarten werden weltweit übertragen, in den verschiedenen Stadien werden über 100 000 Zuschauer erwartet. Organisatoren der vom 12. bis zum 19. Juni 2022 geplanten Invictus Games sind die Bundeswehr und die Stadt Düsseldorf. Bislang hat Harry alle Spiele persönlich besucht.

Bei den Shows zu Beginn und Ende der Veranstaltung seien stets Stars auf Weltniveau aufgetreten, berichtete ein Sprecher der Bundeswehr am Donnerstag. Prinz Harry habe mitgeholfen, sie dafür zu gewinnen. Die Kosten betragen laut Bundeswehr bis zu 25 Millionen Euro. Durch Sponsoren solle der Betrag verringert werden.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ( CDU ) bezeichnete bei einer Pressekonferenz in London die Bewerbung Düsseldorfs als «Glücksfall». Die Wahrnehmung der Leistungen der Soldaten in der Öffentlichkeit sei ihr besonders wichtig. «Dies gilt umso mehr für die Verwundeten und Versehrten, die für die Sicherheit unseres Landes ein großes Opfer gebracht haben.» Düsseldorf hatte sich erst vor gut einem Jahr zusammen mit der Bundeswehr beworben. Das Motto der Wettkämpfe ist «A Home for Respect» (Eine Heimat für Respekt).

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erklärte, die Spiele sollten einen Beitrag leisten, dass die Soldaten und ihre Angehörige wieder in ein normales Leben zurückfinden. «Zudem bietet sich ihnen die Möglichkeit, ihre Geschichten zu erzählen und Erinnerungen miteinander zu teilen, um ihre Traumata verarbeiten zu können», sagte er.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) meinte, die Erfahrungen Düsseldorfs mit Großereignissen wie der Tour de France und der Weltmeisterschaft in Tischtennis hätten sicher zum Zuschlag beigetragen. Die Stadt sei «stolz», Gastgeber zu sein. Geisel traf am Donnerstag mit Harry zusammen. «Im Gespräch mit Prinz Harry hat man gemerkt, wie sehr er für die Invictus Games brennt», sagte Geisel.

«Wir wissen, dass die Invictus Games viel mehr sind als ein Sportereignis», betonte Geisel zudem. An den Wettkämpfen beteiligen sich 500 Soldaten aus etwa 20 Nationen, die im Dienst körperlich oder seelisch verwundet wurden. Sie werden von etwa 1000 Freunden und Verwandten begleitet.

Unter den Teilnehmern sind Blinde und Amputierte oder andere, die keine körperlichen Handicaps haben, sondern traumatisiert wurden. «Es muss auch Betreuung und Vorsorge getroffen werden», erklärte ein Bundeswehr-Sprecher. Leistungssportler seien die Teilnehmer nicht. «Invictus» bedeutet auf Lateinisch «unbesiegt».

Der Zuschlag für Düsseldorf war am Mittwochabend offiziell bekannt gegeben worden. Neben der Landeshauptstadt hatte sich das kanadische Victoria um die Spiele beworben. Die nächste Ausgabe der alle zwei Jahre stattfindenden Spiele findet in diesem Jahr in Den Haag in den Niederlanden statt. Düsseldorf ist der sechste Austragungsort.

Ausgerichtet werden die Spiele von einer Stiftung, die der britische Prinz Harry gegründet hatte.

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