Energie
Kohleausstieg: Erste Blöcke in Boxberg gehen 2029 vom Netz

Die ältesten Kraftwerksblöcke müssen zuerst vom Netz. Da die Anlagen in Ostdeutschland vergleichsweise neu sind, dauert der Ausstieg aus der Braunkohle hier länger.

Donnerstag, 16.01.2020, 11:05 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 12:06 Uhr
Olaf Scholz blickt in die Kamera.
Olaf Scholz blickt in die Kamera. Foto: Kay Nietfeld

Berlin/Boxberg (dpa/sn) - Beim Kohleausstieg gehen die ersten beiden Kraftwerksblöcke im sächsischen Boxberg Ende 2029 vom Netz. Das teilte die Bundesregierung am Donnerstag in Berlin mit. Zuvor hatten sich der Bund und die vier Länder mit Kohle-Regionen auf den Zeitplan der Abschaltung geeinigt. Beim Kraftwerk Lippendorf südlich von Leipzig ist das Ausstiegsdatum auf Ende 2035 festgelegt. Die beiden restlichen Blöcke in Boxberg folgen Ende 2038.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zeigte sich zufrieden mit der Einigung zum Kohleausstieg. Bei dem Spitzentreffen im Kanzleramt habe man sich auf «etwas Vernünftiges geeinigt», sagte Kretschmer am Donnerstagmorgen im MDR. Kretschmer hob hervor, dass sich die Bundesregierung klar dazu bekannt habe, das Anpassungsgeld für Kohle-Beschäftigte auf den Weg zu bringen, die ihren Job verlieren. «Eigentliches Ziel muss es aber sein, dass neue Arbeitsplätze entstehen», sagte Kretschmer. Mit dem Anpassungsgeld können Betroffene die Zeit bis zum frühzeitigen Renteneintritt überbrücken.

Betreiber von Kohlekraftwerken bekommen Milliardenentschädigungen für das vorzeitige Abschalten ihrer Anlagen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte am Donnerstag in Berlin, Betreiber westdeutscher Kraftwerke erhielten 2,6 Milliarden Euro, Betreiber von Anlagen im Osten 1,75 Milliarden.

Das Kraftwerk Boxberg wird genau wie das Kraftwerk Lippendorf vom Bergbauunternehmen Leag (Lausitzer Energie Bergbau AG) betrieben. Die beiden ersten zur Stilllegung vorgesehenen Kraftwerksblöcke in Boxberg wurden in den Jahren 1979 und 1980 in Betrieb genommen, die beiden übrigen 2000 und 2012. Die Blöcke in Lippendorf gingen 1999 und 2000 ans Netz.

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