Gesundheit
Kirchen zufrieden mit Bundestagsentscheidung bei Organspende

Der Bundestag hat sich gegen eine radikale Neuregelung der Organspende entschieden. Zur Zufriedenheit der großen Kirchen in NRW.

Donnerstag, 16.01.2020, 17:37 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 17:52 Uhr
Präses Manfred Rekowski (r) und Pfarrer Wilfried Gladbach beim Eröffnungsgottesdienst der Synode der Evangelischen Kirche.
Präses Manfred Rekowski (r) und Pfarrer Wilfried Gladbach beim Eröffnungsgottesdienst der Synode der Evangelischen Kirche. Foto: Thomas Frey

Köln (dpa/lnw) - Vertreter beider großer Kirchen in Nordrhein-Westfalen haben die Bundestagsentscheidung zur Organspende begrüßt. Die Abgeordneten hatten am Donnerstag mehrheitlich gegen eine Widerspruchslösung und für eine moderate Neuregelung gestimmt.

«Die jetzt vom Bundestag beschlossene erweiterte Zustimmungslösung ist aus meiner Sicht die beste Option», sagte Manfred Rekowski , Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. «Menschen entscheiden selbst und dokumentieren ihre Bereitschaft zur Organspende zweifelsfrei. Auch ich habe einen Organspendeausweis, weil ich darin eine Chance sehe, möglicherweise todkranken Menschen das Leben zu retten.»

Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, betonte: «Es muss in unserem Land unbedingt mehr Organspenden geben.» Klar sei aber auch: «Da diese Frage die hoch sensible Grenze zwischen Leben und Tod berührt, bedarf sie einer bewussten und freiwilligen persönlichen Entscheidung des einzelnen Menschen.»

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck sagte: «Uns als Kirche freut diese Entscheidung.» Die Selbstbestimmung des Menschen als Person stehe im Mittelpunkt. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hatte vor der Abstimmung vor einer Widerspruchslösung gewarnt. «Die Organspende muss freiwillig sein», betonte der Chef des größten deutschen Bistums in einem Videostatement. «Die Würde des Menschen ist auch im Sterben und sogar über den Tod hinaus unantastbar. Die Freiheit bei dieser Entscheidung darf deshalb nicht beschnitten werden.»

Die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angestrebte Widerspruchslösung hätte das bestehende Prinzip umgekehrt, dass Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärtem Ja zulässig sind. Stattdessen wäre jeder erstmal automatisch Spender gewesen - sofern er nicht widersprochen hätte.

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