Kriminalität
Clankriminalität: Polizei nimmt Barbershops ins Visier

Essen (dpa/lnw) - Im Kampf gegen Clankriminalität will die Essener Polizei verstärkt Barbershops unter die Lupe nehmen. Die Polizei habe in letzter Zeit eine auffällige Häufung an Gewerbeanmeldungen in dem Friseurhandwerk festgestellt, sagte der Essener Hauptkommissar Thomas Weise der «Rheinischen Post» (Montag). «Barbershops sind ein neues Phänomen, das in unseren Kontrollfokus gerückt ist. Die Shops werden in diesem Jahr im Zusammenhang mit Clans das Thema werden.»

Montag, 27.01.2020, 07:59 Uhr aktualisiert: 27.01.2020, 08:12 Uhr
Ein Polizeiauto mit eingeschaltetem Blaulicht steht an einer Unfallstelle.
Ein Polizeiauto mit eingeschaltetem Blaulicht steht an einer Unfallstelle. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Allein im Problemviertel Altendorf und der nördlichen Innenstadt in Essen seien über 20 Barbershops kurz hintereinander eröffnet worden, sagte Weise . «Da sie sich in den einschlägigen Vierteln befinden, gehen wir momentan davon aus, dass es da Bezüge zur Clankriminalität gibt.»

Die Problematik besteht auch in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens: «Erste Erkenntnisse zeigen, dass Barbershops im Einzelfall von kriminellen Clanmitgliedern betrieben und durch das Clan-Milieu als Treffpunkt und Rückzugsmöglichkeit genutzt werden», sagte eine Sprecherin des Landesinnenministeriums der Zeitung.

Erst vor wenigen Tagen waren in Berlin-Wedding 14 Barbershops kontrolliert worden. Zwei Läden wurden geschlossen und drei Menschen wegen unerlaubten Aufenthaltes vorläufig festgenommen. Auf Twitter erklärte die Polizei: «Die Bekämpfung krimineller Strukturen hat in Berlin auch weiterhin eine hohe Bedeutung.»

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