Theater
Landestheater schärfen Profile und bekommen mehr Geld

Landestheater treten auch an entlegenen Orten auf, manche sagen: in der Provinz. Gespielt wird auch in Stadthallen, Klassenzimmern oder auf Freilichtbühnen. Die Nachfrage übersteigt das Angebot, berichten die Theatermacher.

Donnerstag, 30.01.2020, 17:49 Uhr aktualisiert: 30.01.2020, 18:03 Uhr
Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen spricht im Landtag.
Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen spricht im Landtag. Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf (dpa/lnw) - Alle Landestheater und die drei Landesorchester in Nordrhein-Westfalen erhalten in diesem Jahr mehr Geld vom Land. Die Institutionen bekommen insgesamt rund 1,6 Millionen Euro mehr, wie das NRW-Kulturministerium am Donnerstag mitteilte. «Mit ihren zahlreichen Gastspielen ermöglichen sie vielen Menschen abseits der Ballungsgebiete den Zugang zu Schauspiel, Tanz, Oper und Konzerten», erklärte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos). Das Gesamtbudget aus der Landeskasse für diese Theater und Orchester beträgt ab 2020 insgesamt 27,3 Millionen Euro pro Jahr.

Die vier Theater sollen das Plus von jeweils 230 000 Euro für schärfere Profile einsetzen. Die Burghofbühne Dinslaken will ihr Kinder- und Jugendtheater ausbauen. Das Landestheater Detmold möchte ein «Junges Musiktheater unterwegs» erproben und das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel mehr aktuelle Themen aufgreifen. Das Rheinische Landestheater Neuss plant in jeder Spielzeit eine Produktion unter dem Titel «Wortlos», um Migranten sowie alte und junge Menschen besser zu erreichen. Mitte Januar hatte mit «Fellini. Ein Traum» das erste Stück ohne Worte Premiere.

Die einzelnen Landestheater sind unterschiedlich aufgestellt. In Detmold etwa residiert es in einem 100 Jahre alten, schönen Theaterbau und beschäftigt 330 Mitarbeiter. Finanziert wird dieses Theater - neben dem Geld vom Land - von Stadt, Kreis Lippe und Landesverband Lippe. Dagegen die Burghofbühne Dinslaken: «Es ist das allerkleinste Theater», berichtete Intendant Mirko Schombert im Kulturausschuss des NRW-Landtags. Sein Haus hat weniger als 30 Festangestellte und keine eigene Spielstätte. Eine Einladung zum prestigeträchtigen NRW-Theatertreffen gab es im vorigen Jahr dennoch.

Die vier Landestheater sind wichtige Kulturvermittler: Die Bühnen treten in großen und kleinen Städten, in Schulaulen, Klassenzimmern und auf Freilichtbühnen auf. Mehr als 1300 Veranstaltungen geben die Schauspieler pro Jahr, die Hälfte davon sind Gastspiele außerhalb der Heimatbühne, wie die Theater berichteten. «Wir können gar nicht so viel spielen, wie wir nachgefragt werden», sagte der Direktor des Westfälischen Landestheaters Castrop-Rauxel, Günter Wohlfahrt.

Auch die drei Landesorchester erhalten mehr Geld, jeweils 226 000 Euro. Die Nordwestdeutsche Philharmonie in Herford plant neue Konzertformate und die Philharmonie Südwestfalen mit Sitz im siegerländischen Hilchenbach einen Schwerpunkt in der Bildungsarbeit. Die Neue Philharmonie Westfalen will Schulprojekte ausbauen. Recklinghausen ist der Sitz der Philharmonie, die Opernorchester in Gelsenkirchen und zugleich Orchester für die Region ist.

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