Kriminalität
Anklage wegen versuchten Mordes nach Hausexplosion

Münster (dpa/lnw) - Rund fünf Monate nach der Explosion in einem Haus in Münster hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Das wirft sie einer 67 Jahre alten Mieterin und ihrer Tochter (38) vor. Zudem wurden sie wegen Brandstiftung mit versuchter Todesfolge angeklagt, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Mittwoch, 05.02.2020, 11:23 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 11:32 Uhr
Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand.
Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert

Nach den Ermittlungen der Polizei geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Frauen sich Mitte September 2019 wegen einer anstehenden Zwangsräumung des Fachwerkhauses wegen Mietrückständen gemeinsam selbst töten wollten. Dazu sollen sie Propangasflaschen und Benzinkanister in dem Haus platziert haben. Als eine Gerichtsvollzieherin kam, führten sie laut Anklage ihre Pferde ins Haus und zündeten ausströmendes Gas an. Es kam zu zwei heftigen Explosionen, Gebäudeteile wurden bis 35 Meter durch die Luft geschleudert.

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft nahmen Mutter und Tochter in Kauf, dass die anrückende Gerichtsvollzieherin und drei Polizeibeamte vor der Tür getötet werden. Glücklicherweise wurden die Beamten nicht verletzt, die Polizisten wurden aber psychologisch betreut. Die Pferde mussten eingeschläfert werden. Die Mutter hat die Vorwürfe eingeräumt, aber ausgesagt, dass neben dem Suizid keine weiteren Menschen getötet werden sollten. Die schwer verletzte Tochter hat sich bislang nicht geäußert.

Über die Zulassung der Anklage muss jetzt das Landgericht Münster entscheiden.

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