Fußball
Leverkusen siegt spät in Berlin: Bis zuletzt «gefährlich»

Bayer Leverkusen gewinnt bei Union Berlin auf den letzten Drücker und träumt wieder von der Champions League. Der Aufsteiger ärgert sich nach der vermeidbaren Niederlage über die eigene Naivität.

Samstag, 15.02.2020, 18:44 Uhr aktualisiert: 15.02.2020, 18:52 Uhr
Berlins Neven Subotic und Kai Havertz von Bayer Leverkusen (l-r.) im Zweikampf um den Ball.
Berlins Neven Subotic und Kai Havertz von Bayer Leverkusen (l-r.) im Zweikampf um den Ball. Foto: Andreas Gora

Berlin (dpa) - Selbst für Trainer Peter Bosz war der späte Sieg beim Aufsteiger mehr als nur schmeichelhaft. « Union Berlin hat heute mehr verdient, wenn wir das ganze Spiel ansehen», sagte der Chefcoach von Bayer Leverkusen nach dem 3:2 (1:1)-Erfolg am Samstag in der Hauptstadt. «Das war bis zum letzten Moment gefährlich. Wir sind sehr froh, dass wir das Spiel gedreht haben», sagte der Niederländer nach der turbulenten Begegnung am 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga.

Die Werkself setzte ihren Höhenflug nur mit viel Mühe fort und hält nach einem Last-Minute-Treffer durch Karim Bellarabi in der vierten Minute der Nachspielzeit den Anschluss zu den Spitzenteams. Es war der fünfte Erfolg in den vergangenen sechs Liga-Begegnungen. «Die Erleichterung war am Ende sehr groß. Solche Spiele musst du dann einfach gewinnen», sagte Leverkusens Angreifer Kevin Volland.

Der Aufwärtstrend der tapferen Unioner wurde mit der fünften Heimniederlage in dieser Saison hingegen zunächst wieder gestoppt. «Heute war der Unterschied, dass Leverkusen sehr effizient war und wir nicht», sagte Union-Trainer Urs Fischer und ergänzte: «Trotz großer Enttäuschung hat die Mannschaft wirklich ein tolles Spiel abgeliefert. Ohne Punkte sind wir aber sicher nicht zufrieden.»

Routinier Christian Gentner (7. Minute) und Marius Bülter (87.) trafen für Union. Für die Gäste waren Nationalspieler Kai Havertz (22.), Moussa Diaby (83.) und schließlich Bellarabi (90.+4) erfolgreich. Bereits am 4. März empfängt Leverkusen die Berliner im Viertelfinale des DFB-Pokals zum nächsten Duell.

Angetrieben von den lautstarken Fans im mit 22 012 Zuschauern erneut ausverkauften Stadion An der Alten Försterei startete Union aggressiv und mit viel Druck. Nachdem die erste Großchance von Sebastian Andersson (3.) noch ungenutzt blieb, machte es Gentner mit einem Distanzschuss besser. Schon in den Anfangsminuten hatte Berlin mehr Möglichkeiten als im gesamten Hinspiel, das mit 2:0 verdient an Leverkusen gegangen war.

Die Gäste schienen eine Woche nach ihrem 4:3-Erfolg gegen Dortmund überrascht vom Offensivdrang der Eisernen. Unions Abwehrverbund wirkte erstmals richtig anfällig, als sich Havertz gegen Neven Subotic durchsetzte und den Ball zum Ausgleich ins Tor spitzelte.

Spielerisch blieben Höhepunkte in der zweiten Halbzeit lange rar und die Begegnungen wurde zerfahrener. Dafür sorgten Leverkusens Fans für Ärger. Mehrfach wurde im Gästeblock Pyrotechnik abgebrannt und sogar Raketen in Richtung des Spielfeldes abgefeuert. Schiedsrichter Harm Osmers schickte beide Teams zwischenzeitlich knapp drei Minuten vom Rasen, die Begegnung war mehrfach unterbrochen. «Das war scheiße, dass das Spiel unterbrochen wird», sagte Bosz offen.

Anschließend leistete sich Union ausgerechnet in der Schlussphase einige Fehler und wurde dafür bestraft. Zwar gelang noch das 2:2, nachdem die Kräfte schwanden, führte Leverkusen aber erneut und war insgesamt cleverer. Union-Keeper Rafał Gikiewicz bot sich in letzter Sekunde noch die Möglichkeit zum 3:3 - doch er vergab.

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