Brauchtum
Rosenmontagswagen: Hakenkreuz von Bolsonaro-Brust entfernt

Düsseldorf (dpa/lnw) - Auf Anraten der Staatsanwaltschaft haben Karnevalisten ein Hakenkreuz von einem Mottowagen des Düsseldorfer Rosenmontagszugs entfernt. Polizisten hatten das Symbol auf der Brust des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro erspäht. Die Einsatzkräfte hätten daraufhin mit der Staatsanwaltschaft Rücksprache gehalten, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag.

Montag, 24.02.2020, 16:43 Uhr aktualisiert: 24.02.2020, 16:52 Uhr
Der Motivwagen "Klimakiller Bolsonaro" zieht beim Rosenmontagszug durch die Menge.
Der Motivwagen "Klimakiller Bolsonaro" zieht beim Rosenmontagszug durch die Menge. Foto: Federico Gambarini

Dort sei man in einer ersten Bewertung «innerhalb weniger Sekunden» zu dem Schluss gekommen, es könnte sich um eine Straftat handeln, nämlich das Verbreiten verfassungsfeindlicher Symbole. Entsprechend sei dem Veranstalter angeraten worden, das Symbol abzudecken oder zu entfernen.

Wagenbauer Jacques Tilly bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Vorgang: «Das ist zwar Unsinn, weil das unter Satirefreiheit fällt, aber wir sind dem gefolgt. Bolsonaro hat nun ein Loch in der Brust.» Das Hakenkreuz war dort in der brasilianischen Flagge versteckt.

Später kamen auch der Behörde Zweifel an der eigenen Bewertung: «Die weitere Prüfung hat dann ergeben, dass das Hakenkreuz in diesem Zusammenhang von der Kunstfreiheit gedeckt sein dürfte», sagte die Behördensprecherin. Für die Pappmaché-Figur kam diese Erkenntnis zu spät.

Der Mottowagen zeigt Bolsonaro als «Klimakiller». Anstelle von Armen ragen Motorsägen-Blätter aus seinem Rumpf. Um ihn herum sind nur noch blutige Baumstümpfe zu sehen.

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