Prozesse
Mutmaßlicher Frauenmörder wegen anderer Gewalttat verurteilt

Krefeld (dpa/lnw) - Der mutmaßliche Mörder der verschwundenen Anna S. (35) aus Gelsenkirchen ist in Krefeld wegen einer weiteren Gewalttat gegen eine Frau verurteilt worden. Das Landgericht in Krefeld sprach den 47-Jährigen am Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung schuldig. Es habe sich bei der Tat um einen hinterlistigen Überfall auf seine damalige Lebensgefährtin gehandelt.

Dienstag, 25.02.2020, 17:18 Uhr aktualisiert: 25.02.2020, 17:32 Uhr
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Um einen Freispruch zu erreichen, habe der Angeklagte sogar ein ärztliches Attest gefälscht, so die Richterin. So etwas habe sie in 30 Jahren Amtszeit noch nicht erlebt. In dem Berufungsverfahren ging es um eine Tat aus dem Jahr 2014. Der 47-Jährige hatte die damals 32-jährige Frau laut Gerichtsurteil mit Handschellen gefesselt und mit einem Schraubenschlüssel verletzt.

Inzwischen sitzt er wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Im Sommer 2019 soll der 47-Jährige für das Verschwinden und die Ermordung einer weiteren Lebensgefährtin verantwortlich sein. Die 35-Jährige Anna S. war am 23. Juni 2019 plötzlich verschwunden. Auf Datenträgern fanden die Ermittler belastendes Videomaterial. Medienberichten zufolge soll es zeigen, wie er die Frau tötet. Im November wurde der Krefelder unter Mordverdacht verhaftet.

Der 47-Jährige hatte bereits 1998 eine Frau getötet: Wegen Totschlags an einer früheren Lebensgefährtin wurde er zu elf Jahren Haft verurteilt, die er bis auf den letzten Tag absitzen musste. Er hatte die Frau damals aus krankhafter Eifersucht mit zahlreichen Messerstichen umgebracht. 2009 kam er auf freien Fuß. Krankhafte Eifersucht soll auch das Motiv für die Tat 2014 gewesen sein.

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