Gesundheit
Aufatmen in Bonn: 185 Schüler ohne Coronavirus-Nachweis

Entwarnung bei zwei Fällen im Rheinland, dafür ein neuer Dreh für Nordrhein-Westfalen in Münster. Das neuartige Coronavirus beschäftigt die Behörden weiterhin. Am Montag informiert der Krisenstab der Stadt Münster über einen Iran-Urlauber.

Montag, 02.03.2020, 05:43 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 05:52 Uhr
Die Schule im Bonner Stadtteil Poppelsdorf.
Die Schule im Bonner Stadtteil Poppelsdorf. Foto: Volker Lannert

Bonn/Münster (dpa/lnw) - Nach der Infektion eines Mitarbeiters einer Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) in Bonn gibt die Stadt eine erste vorsichtige Entwarnung. Am Sonntagabend lagen negative Tests für 185 Kinder vor, die die Grundschule besuchen, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. 30 Tests auf das neuartige Coronavirus stünden noch aus. Darunter seien sowohl Schüler als auch Lehrer. Krisenteams hatten die Familien am Wochenende aufgesucht, aber noch nicht alle Kontaktpersonen des 23 Jahre alten OGS-Mitarbeiters angetroffen. Er hat nur leichte Symptome und befindet sich nach Angaben der Uniklinik Bonn in häuslicher Quarantäne. Der Student hatte Karneval im Kreis Heinsberg gefeiert.

Im Fall einer Schülerin aus dem Raum Aachen, die mit ihrer Reisegruppe an der Grenze zu Österreich im Bus gestoppt wurde, gab es am Abend ebenfalls Entwarnung. Nach Angaben eines Sprechers fiel der Test in Bayern auf den neuartigen Coronavirus negativ aus. Die Schülerin hatte vor der Reise «intensiveren» Kontakt zu einem Jugendlichen, bei dem es einen Nachweis gab.

In Münster will die Stadt am Montagmittag bei einer Pressekonferenz über einen Patienten der Uniklinik informieren. Der 51-jährige Münsteraner ist bislang der nachweislich erste Fall in Nordrhein-Westfalen, der keinen Bezug zum Kreis Heinsberg hat. Der Mann war nach einem Urlaub aus dem Iran nach Deutschland zurückgekehrt.

Seit Samstag liegt sein positiver Test auf das neuartige Coronavirus vor. Mit leichten Symptomen, vergleichbar einer Erkältung, wird er in der Uniklinik isoliert behandelt. «Es geht ihm soweit gut», teilte die Klinik am Sonntag mit. Seine Frau hat sich nach Informationen der Stadt freiwillig in häusliche Quarantäne begeben. Der Mann war von Teheran aus über Frankfurt mit dem Flugzeug zurückgekehrt. In Deutschland fuhr er mit der Bahn und dem eigenen Auto über Köln zurück nach Münster.

Die Stadt hat, wie es das Gesetz für diesen Fall vorsieht, einen Krisenstab eingerichtet und will um 13.00 Uhr über den Fall informieren. Die Zahl der Covid-19-Fälle im Iran ist in den vergangenen Tagen unaufhaltsam gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Sonntag ist die Zahl der Todesfälle innerhalb von 24 Stunden von 43 auf 54 angewachsen. Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl der nachgewiesenen Infektionen um 385 zu. Sie liegt derzeit insgesamt bei 978. Am stärkten betroffen ist die Hauptstadt Teheran.

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