Arbeit
Verein berät osteuropäische Arbeitsmigranten

Lengerich/Hannover (dpa) - Ein neuer Verein will sich im Münsterland um die Betreuung von schlecht bezahlten Arbeitskräften aus Osteuropa und anderen Ländern kümmern. Beraten werden sollen Menschen, die in der Fleischindustrie, in der Reinigungsbranche, als Paketzusteller oder in der Landwirtschaft arbeiten. Nach wie vor gebe es bei dieser Beschäftigungsgruppe oft sklavenartige Arbeitsbedingungen, sagt der Initiator, der katholische Geistliche Peter Kossen.

Freitag, 06.03.2020, 00:01 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 05:02 Uhr
Peter Kossen, katholischer Prälat, spricht zu Journalisten.
Peter Kossen, katholischer Prälat, spricht zu Journalisten. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Zu den Missständen gehören nach seinen Angaben Rauswürfe im Krankheitsfall, unbezahlte Überstunden, Vorenthaltung von Zuschlägen für Nacht- und Feiertagsarbeit oder Mietwucher. Die Beratungsstelle des Vereins soll heute im münsterländischen Lengerich eröffnet werden. Der Verein «Aktion Würde und Gerechtigkeit» hat bereits 140 Mitglieder. Der Verein will länderübergreifend in ganz Nordwestdeutschland tätig werden.

Für den Verband der Ernährungswirtschaft wies Verbandshauptgeschäftsführer E. Michael Andritzky die Vorwürfe zurück. Er verwies auf eine schon seit einigen Jahren bestehende Selbstverpflichtungserklärung der Branche. Es gebe keine systemischen Probleme, sondern es handele sich in der Regel um Einzelfälle. «Bei den Klagen handelt es sich oft um alte Kamellen, die nicht beweisbar sind», sagte Andritzky.

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