Gesundheit
Aachener Notaufnahme-Chef warnen vor Corona-Hysterie

Koblenz/Aachen (dpa/lnw) - Der Leiter der Zentralen Notaufnahme des Universitätsklinikums Aachen hat Politiker und Bürger vor einer Coronavirus-Hysterie gewarnt. «Wir haben keine medizinische Lage, wir haben eine politische Lage», sagte Jörg Brokmann am Freitag bei einem Kongress mit rund 1400 Notärzten und Rettungskräften in Koblenz. Der neue Erreger Sars-CoV-2 habe beispielsweise im besonders stark betroffenen Kreis Heinsberg zur Quarantäne von vier Kinderärzten und somit zu weniger Behandlungen kranker Mädchen und Jungen geführt. «Da ist aus meiner Sicht überreagiert worden», sagte Brokmann.

Freitag, 06.03.2020, 13:13 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 13:22 Uhr

Covid-19-Erkrankungen seien «genauer betracht eine etwas schwerwiegendere Grippe» mit meist mildem Verlauf. Deswegen sollten Ärzte und Sprechstundenhilfen ohne Symptome nicht gleich in Quarantäne kommen und Praxen so zur Schließung gezwungen werden. Die Aufklärung der Bevölkerung und und die Vorbereitung auf die nächste derartige Krankheitswelle müssten verbessert werden, forderte Brokmann.

Er erinnerte auch an die hohe Zahl von Influenza-Toten in Deutschland: Infolge der starken Grippewelle in der Saison 2017/18 zum Beispiel seien bundesweit schätzungsweise 25 000 Menschen gestorben.

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