Gesundheit
Ausfall wegen Corona: Roncalli-Chef bittet Politik um Hilfe

Recklinghausen (dpa/lnw) - Der Direktor des Zirkus Roncalli, Bernhard Paul, hat nach der Absage der Vorstellungen in Recklinghausen wegen des neuartigen Coronavirus die Politik um Hilfe gebeten. «Momentan wird nur über Hilfen für die Wirtschaft gesprochen, die Kultur ist einmal mehr das Stiefkind», schrieb Paul in einem offenen Brief an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Das neue Programm «All for art for all» sei zwei Jahre lang vorbereitet worden, der Zirkus beschäftige 150 Menschen, es seien bereits 500 000 Euro investiert worden.

Mittwoch, 11.03.2020, 22:49 Uhr aktualisiert: 11.03.2020, 23:02 Uhr
Bernhard Paul, Direktor vom Circus Roncalli, gibt ein Interview.
Bernhard Paul, Direktor vom Circus Roncalli, gibt ein Interview. Foto: Holger Hollemann

Die staatliche Kulturszene sei subventioniert, «aber es gibt eine enorme private nicht-subventionierte Kulturszene, die sich von diesem «Kulturschock» jahrelang nicht erholen wird», schrieb Paul . Das werde von der Politik nicht bedacht. Er erwarte, dass man ihn in dieser kritischen Situation nicht alleine lasse. «Es wäre eine Schande, wenn wir jetzt unverschuldet vor die Hunde gehen.»

Der Kreis Recklinghausen hatte aus Gründen des Infektionsschutzes am Mittwoch beschlossen, Circus Roncalli in Recklinghausen abzusagen. Nach Angaben von Paul wurde das komplette Gastspiel in der Stadt untersagt. Laut der Roncalli-Webseite sollte es vom 12. März bis zum 5. April dauern. Laut Roncalli-Kalender waren einige Vorstellungen bereits ausverkauft. Ab 9. April will Roncalli dann in Köln gastieren.

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