Nordrhein-Westfalen
Schulministerin: Gehe von Schulöffnung am 20. April aus

Düsseldorf -

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer geht davon aus, dass die Schulen nach den Osterferien am 20. April wieder öffnen können. Dann könnten auch die angehenden Abiturienten wieder mit dem Stoff zur Vorbereitung auf die Prüfungen konfrontiert werden, die um drei Wochen verschoben werden.

Freitag, 27.03.2020, 13:52 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 14:02 Uhr
Nordrhein-Westfalen: Schulministerin: Gehe von Schulöffnung am 20. April aus
Nach Einschätzung der Schulministerin können die Schulen in NRW ab dem 20. April wieder öffnen. Foto: dpa

Die 88 000 angehenden Abiturienten in Nordrhein-Westfalen bekommen mehr Zeit zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen. Der Beginn der Abiprüfungen wird um drei Wochen vom 21. April auf den 12. Mai verschoben, wie Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in Düsseldorf sagte. Damit solle dem Unterrichtsausfall und den besonderen Umständen in der Corona-Krise Rechnung getragen werden. „Die Prüfungen werden selbstverständlich unter besonderer Berücksichtigung des Infektionsschutzes stattfinden. Die Gesundheit unserer Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler hat für uns oberste Priorität“, betonte Gebauer.

Die seit knapp zwei Wochen geschlossenen Schulen in NRW werden nach derzeitiger Einschätzung der Landesregierung voraussichtlich nach den Osterferien wieder geöffnet. Sie gehe davon aus, dass die Schulen am 20. April wieder starten könnten, sagte Gebauer. Um die rasche Ausbreitung des gefährlichen Coronavirus zu verlangsamen, hatte die Landesregierung alle Schulen in NRW seit dem 16. März bis zum 19. April geschlossen. Die Schüler sollen sich bis Ferienbeginn anhand von online zugeschickten Aufgaben weiter mit dem Schulstoff befassen. Der reguläre Einschulungstermin bleibe aus heutiger Sicht bestehen.

Zentraler Nachschreibetermin

Eine Wahlmöglichkeit für ein Abitur mit oder ohne Prüfungen wird es nach Worten von Gebauer in NRW nicht geben. Es gebe kein gerechteres Abitur als jenes, das mit Prüfungen zustande komme, betonte die Ministerin. Damit wandte sie sich gegen Forderungen der Landesschülervertretung nach einer Wahlmöglichkeit, das Abitur mit den Prüfungen abzulegen oder auf Grundlage der bisherigen Noten.

Da die Schulen im Kreis Heinsberg teilweise schon seit fünf Wochen geschlossen seien, müssten dafür konkrete Lösungen gefunden werden, sagte Gebauer. An Vorschlägen werde derzeit gearbeitet.

Für Schülerinnen und Schüler, die den Haupttermin nicht wahrnehmen könnten, werde es im Anschluss einen zentralen Nachschreibetermin geben. Durch einen stark verkürzten Korrekturzeitraum könnten die Abiturzeugnisse dann, wie vorgesehen, spätestens bis zum 27. Juni ausgegeben werden. Allerdings müsse auch der Brückentag nach Christi Himmelfahrt für die Prüfungen genutzt werden, hieß es weiter.

Auch andere Termine angepasst

Auch die Termine der Abschlussprüfungen an anderen Schulformen und in anderen Jahrgangsstufen seien angepasst worden. Der Beginn der Zentralen Prüfungen in Klasse 10 in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen sowie an bestehenden G9-Gymnasien, Weiterbildungskollegs und in den Schulversuchen Primus- und Gemeinschaftsschule würden in diesem Schuljahr um fünf Tage verschoben. Die Prüfungen beginnen demnach ebenfalls am 12. Mai. Die Prüfungsverfahren für 60 000 Schülerinnen und Schüler in anderen Bildungsgängen der Berufskollegs müssten ebenfalls neu terminiert und vor den Sommerferien umgesetzt werden.

NRW hatte sich in der Kultusministerkonferenz am Mittwoch für ein Abitur mit Prüfungen trotz derzeitiger Schulschließungen in der Corona-Krise stark gemacht. Die Gewerkschaften GEW und VBE begrüßten vor diesem Hintergrund die dreiwöchige Verschiebung. Beide verwiesen aber auf die großen Herausforderungen für Schüler wie Lehrer. „Hier sind unkonventionelle Lösungen gefragt“, erklärte GEW-Landeschefin Maike Finnern. „Die Gesundheit aller muss stets an erster Stelle stehen. Hier sind das Land und die Schulträger gefragt, die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen, um Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler ausreichend zu schützen“, forderte VBE-Landeschef Stefan Behlau.

Gebauer kündigte weitere Gespräche mit ihren Amtskollegen an, um weitere Bundesländer für die Abi-Termine zu gewinnen. Auf diese Weise könnte man sich aus einem gemeinsamen Aufgabenpool für die Prüfungen bedienen. Ansonsten verfüge man auch über ausreichend eigene Prüfungsaufgaben. Bayern habe sich allerdings schon festgelegt, erst am 20. Mai mit den Abiprüfungen zu beginnen. Dort starten aber auch die Sommerferien später als in NRW. 

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