Eishockey
Zach über Coronavirus-Krise: «Herausforderung für alle»

Hans Zach liebt die Natur. Die Coronavirus-Krise schränkt auch das deutsche Eishockey-Idol ein. Die Ausgangsbeschränkungen aber hält er für wichtig, ebenso die Entscheidung der DEL zum Saisonabbruch.

Sonntag, 29.03.2020, 10:16 Uhr aktualisiert: 29.03.2020, 10:22 Uhr
Hans Zach, ehemaliger Eishockey-Bundestrainer, steht am Ufer der Isar.
Hans Zach, ehemaliger Eishockey-Bundestrainer, steht am Ufer der Isar. Foto: Sven Hoppe

Bad Tölz (dpa) - Die deutsche Eishockey-Legende Hans Zach verfolgt die imposante Entwicklung von NHL-Topscorer Leon Draisaitl auch kritisch. «Er ist ein toller Angriffsspieler», sagte der frühere Bundestrainer der Deutschen Presse-Agentur. «Wayne Gretzky hat aber schon gesagt, dass man erst ein Superstar ist, wenn man auch den Stanley Cup gewonnen hat. Für viele Leute hat Draisaitl den Status eines Superstars aber schon erreicht.»

Der 24-jährige Draisaitl hatte in dieser Saison als erster Eishockeyspieler in der nordamerikanischen Topliga die 100-Punkte-Marke durchbrochen. Die NHL muss wegen der Coronavirus-Pandemie derzeit pausieren. Zach verwies bei Draisaitl auch auf dessen Plus/Minus-Bilanz. Diese nicht unumstrittene Statistik gibt für einen Feldspieler die Differenz von Toren und Gegentoren während seiner Eiszeit an. «Der Zusammenhang muss stimmen», sagte Zach, der an diesem Montag 71 Jahre alt wird. Draisaitl weist ein negatives Plus/Minus auf.

Zach wurde als Chefcoach insgesamt viermal deutscher Meister mit der Düsseldorfer EG und den Hannover Scorpions. Dazu gewann er den Titel einmal als Assistenztrainer und einmal auch als Spieler. Die deutsche Nationalmannschaft führte er dreimal ins WM-Viertelfinale. Wegen seiner explosiven Art an der Bande erhielt er den Beinamen «Alpenvulkan».

Zach ist seit einem Interimsjob bei den Adlern Mannheim 2014 im Ruhestand und lebt in Bad Tölz. Die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus bewertet der Naturliebhaber als notwendige Maßnahme. «Sie sind gerechtfertigt und können nicht streng genug sein», befand er. Die derzeitige Lage sei eine «Herausforderung für alle». Zach findet es richtig, dass die Deutsche Eishockey Liga aufgrund der Pandemie ihre Saison vorzeitig beendet hat und keinen Meister kürt. «Es war vollkommen richtig, wie die Liga gehandelt hat. Man hätte Leute in Gefahr gebracht», sagte er.

Zach und seiner Familie geht es gut. Sein Alltag habe sich in dieser Zeit «schon verändert. Sonst sind wir immer mit Freunden draußen», erzählte er. Nun gehe er nur mit seiner Frau Slada in die Natur.

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