Krankheiten
Wohlfahrt: Zeltplätze und Turnhallen für Obdachlose öffnen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Freie Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen fordert, Obdachlosen in Freibädern, Turnhallen und auf Zeltplätzen Zugang zu Duschen und sanitären Anlagen zu gewähren. Während der Corona-Krise seien Abstandsregelungen auf Zeltplätzen viel leichter einzuhalten als in Gemeinschaftsnotunterkünften, erklärte die Landesarbeitsgemeinschaft am Dienstag in Düsseldorf.

Dienstag, 07.04.2020, 13:55 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 14:02 Uhr
Ein Mann sitzt mit seinen Habseligkeiten auf einer Parkbank.
Ein Mann sitzt mit seinen Habseligkeiten auf einer Parkbank. Foto: Sebastian Gollnow

«Im Einmannzelt auf der großen Wiese ist das Infektionsrisiko deutlich geringer als in stickigen Achtbettzimmern in der Notunterkunft», unterstrich der Vorsitzende Frank Hensel . Es sei Aufgabe der Kommunen, wohnungslose Menschen unterzubringen. Angesichts von Quarantäne-Bestimmungen und Ansteckungsgefahr bei großer Nähe seien jetzt kreative und ungewöhnliche Lösungen gefordert.

«Wer kein Zuhause hat, kann nicht zuhause bleiben», argumentierte Hensel. Ungeklärt sei auch, wo Infizierte ohne einen festen Wohnsitz bei milden Symptomen bleiben könnten.

In der Krise gebe es aber auch Lichtblicke: Soziale Dienste und private Initiativen hätten die Versorgung der Wohnungslosen mit Essen und Kleidung inzwischen verbessert. Hilfreich sei zudem die 500 000 Euro umfassende Soforthilfe der Landesregierung für Obdachlose. «Das Geld kann innerhalb weniger Tage über freie Träger der Wohnungslosenhilfe weitergegeben werden und landet direkt bei den Bedürftigen», lobte Hensel.

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