Fußball
Ex-Schalke-Manager: Verständnis für finanzielle Probleme

Gelsenkirchen (dpa) - Der frühere Manager Christian Heidel hat Verständnis für die finanziell bedrohliche Situation beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04. «Wir reden hier nicht über eine kleine Delle, wir reden darüber, dass einem Fußballverein Einnahmen in einer Größenordnung von 15 bis 25 Millionen wegfallen», sagte Heidel im Interview des Onlineportal spox.com am Montag angesichts der Folgen der Coronavirus-Pandemie. «Ich möchte den erleben, der in seinen Planungsrechnungen einen Puffer von 15 bis 25 Millionen Euro einplant.»

Montag, 20.04.2020, 13:26 Uhr aktualisiert: 20.04.2020, 13:32 Uhr
Christian Heidel.
Christian Heidel. Foto: Rolf Vennenbernd

Der Revierclub selbst hatte zuletzt von einer «potenziell existenzbedrohenden wirtschaftlichen Situation» gesprochen. Wegen der Corona-Krise wird in der Bundesliga derzeit nicht gespielt. Die Liga plant, von Mai an die Saison ohne Zuschauer zu Ende zu spielen. Dabei würden zwar fest eingeplante Zuschauereinnahmen wegfallen, dies würde aber wichtige TV-Gelder garantieren.

Dass Schalke als großer Club aktuell ein größeres Problem habe als andere Bundesligisten, hat laut Heidel auch mit der Struktur als eingetragener Verein zu tun. Andere Clubs hätten im Gegensatz zu Schalke bereits Anteile verkauft und so mehr Eigenkapital. «Ob das der bessere Weg ist, weiß ich nicht. Es ist auf jeden Fall der einfachere», sagte Heidel, der von 2016 bis 2019 auf Schalke gearbeitet hatte.

«Wenn man aber 100 Prozent seiner Anteile hat und einem irgendwann einmal Stadion und Klubgelände gehören, ist das vielleicht der bessere Weg. Ob das aufgrund des Wettbewerbes auf Dauer durchzuhalten ist, wird sich zeigen», meinte der 56-Jährige weiter. Auch angesichts der aktuellen Lage gibt es beim Revierclub eine Debatte darüber, die Profiabteilung aus dem Gesamtverein auszugliedern.

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