Kriminalität
Obduktion: 40-Jähriger starb durch Polizeikugeln

Dormagen (dpa/lnw) - Der in Dormagen erschossene 40-Jährige ist laut Obduktionsergebnis von zwei Kugeln aus Polizeiwaffen getroffen und getötet worden. Es sei auch Pfefferspray eingesetzt worden, sagte Staatsanwalt Martin Stücker am Dienstag auf Anfrage. Die Ermittler gehen Hinweisen auf eine schwere psychische Erkrankung des 40-Jährigen nach. Er war nicht vorbestraft.

Dienstag, 28.04.2020, 15:11 Uhr aktualisiert: 28.04.2020, 15:22 Uhr
Der Schriftzug «Polizei» ist vor einem Polizeirevier zu sehen.
Der Schriftzug «Polizei» ist vor einem Polizeirevier zu sehen. Foto: Boris Roessler

Was sich in dem Haus, in dem am Samstag auch der Vater des 40-Jährigen tot entdeckt worden war, abspielte, will die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht preisgeben. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass der 40-Jährige zunächst seinen 74 Jahre alten Vater tötete. Nachdem er besorgt im Elternhaus nach dem Rechten gesehen hatte, habe der Bruder des 40-Jährigen die Polizei alarmiert.

Beim Eintreffen von Streifenbeamten waren dann Schüsse gefallen, die den 40-Jährigen töteten. Außer den Polizeiwaffen seien keine weiteren Schusswaffen gefunden worden, sagte der Staatsanwalt. Die Leiche des Vaters hatte zahlreiche Verletzungen aufgewiesen. Er starb durch «stumpfe Gewalt», wie es hieß.

Warum die Streifenbeamten schossen und ob dies gerechtfertigt war, wird gesondert untersucht. Die Ehefrau und Mutter der beiden Getöteten überlebte. Sie habe immer noch nicht vernommen werden können. Ihr Gesundheitszustand sei bereits vor dem Geschehen nicht gut gewesen.

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