Verkehr
Corona-Krise verschärft Lokführermangel

Hagen (dpa/lnw) - Der Regionalverkehr in NRW wird zwar stufenweise wieder hochgefahren, doch das Coronavirus sorgt weiterhin für Einschränkungen: So werden auch in den kommenden Wochen wegen hohem Krankenstand und anhaltendem Personalmangel S-Bahnen beim Eisenbahnunternehmen Abellio ausfallen, sagte ein Sprecherin am Montag. Man arbeite aber intensiv an Ersatzkonzepten zur Entspannung der Lage.

Montag, 04.05.2020, 16:23 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 16:32 Uhr

So sollte eigentlich die Linie S9 ab Mai von Bottrop bis Recklinghausen verlängert werden. Der Start des verbesserten Angebots sei auf unbestimmte Zeit verschoben, sagte die Sprecherin. Auch auf anderen Abellio-Linien im Ruhrgebiet fallen seit dem Maifeiertag Verbindungen aus. Das Verkehrsunternehmen begründet die Einschränkungen mit «der aktuellen Corona-Situation». Einerseits sei damit ein erhöhter Krankenstand verbunden, andererseits sei durch die Coronakrise die Ausbildung von Quereinsteigern und neuen Bewerbern erheblich ins Stocken geraten. «Wir hatten fest mit neuen Kollegen geplant, die nun noch nicht fertig sind», sagte die Sprecherin. Unterricht musste ausfallen und auch die praktische Einführung auf den Strecken sei nur unter verschärften Hygienebedingungen durchführbar.

In der Branche herrscht akuter Mangel an Lokführern. Insgesamt werden nach einer Schätzung des Verkehrsministeriums in den kommenden fünf Jahren rund 1700 Zugführer fehlen. Viele gehen in Rente, außerdem verschärfen immer mehr Züge auf der Schiene und Betreiberwechsel die Situation.

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