Gesundheit
Casino-Gruppe Westspiel will Kurzarbeit anmelden

Ein ungewöhnlicher Vorgang: Die landeseigene Casino-Gruppe Westspiel will Kurzarbeit anmelden - und damit von staatlichem Geld profitieren. Das Finanzministerium sieht offenbar Klärungsbedarf.

Dienstag, 05.05.2020, 06:30 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 06:42 Uhr
Ein Kugel rollt durch ein Roulette Spiel.
Ein Kugel rollt durch ein Roulette Spiel. Foto: Marcel Kusch

Duisburg (dpa/lnw) - Wegen Verlusten in der Corona-Krise will auch die landeseigene Casino-Gruppe Westspiel Kurzarbeit beantragen und damit von staatlicher Hilfe profitieren. In einem Schreiben der Geschäftsführung, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wird der Belegschaft Kurzarbeit - rückwirkend ab dem 1. April - angekündigt. Tatsächlich gibt es laut Unternehmenskreisen aber Streit darüber. Inzwischen hat sich das Finanzministerium eingeschaltet.

Seit Mitte März sind alle Westspiel-Casinos wegen der Coronaschutz-Verordnung für Besucher geschlossen. «Damit fehlen seither in der Westspiel-Gruppe pro Tag 381 000 Euro an Bruttospielerträgen», hieß es in einem Brief an die Belegschaft Ende März. Aufgrund der Situation komme man nicht umhin, «Kurzarbeit einzuführen, um die Phase der Krise zu überbrücken.» Wenige Tage später erläuterte die Geschäftsführung in einem weiteren Schreiben, warum man trotz zuletzt guter Geschäfte und umfangreicher liquider Mittel Kurzarbeit anstrebe: Die Personalkosten seien so hoch, dass sie die Geldreserven abschmelzen würden.

Eine Vereinbarung über Kurzarbeit wurde inzwischen mit dem Betriebsrat abgeschlossen. Der Aufsichtsrat - in dem unter anderem das Finanzministerium vertreten ist - hat laut Unternehmenskreisen aber noch nicht zugestimmt. Laut Ministerium gebe es «laufende interne Abstimmungsprozesse», die man nicht kommentieren wolle. Westspiel beantwortete einen Fragenkatalog der dpa mit dem exakt gleichen Wortlaut wie das Finanzministerium.

Am Donnerstag ist Westspiel Thema im Finanzausschuss - allerdings wegen der geplanten Privatisierung. Dazu sollen Experten angehört werden.

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