Kriminalität
Missbrauchsfall: Anklage gegen Hauptverdächtigen erhoben

Köln (dpa/lnw) - Im Kindesmissbrauchsfall, der in Bergisch Gladbach seinen Anfang nahm, ist Anklage gegen den Hauptverdächtigen erhoben worden. Dem 43-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, seine 2017 geborene Tochter immer wieder sexuell missbraucht und Bilder davon gemacht zu haben, um sie an Chatpartner zu verschicken. Insgesamt werden dem Koch und Hotelfachmann aus Bergisch Gladbach in der Anklage 79 Straftaten zur Last gelegt, wie das Landgericht Köln am Mittwoch mitteilte. Den Angaben zufolge hat er sich bisher nicht zu den Vorwürfen eingelassen. Allerdings soll er bei der Identifizierung seiner Chatpartner mitgeholfen haben.

Mittwoch, 06.05.2020, 10:39 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 10:52 Uhr
Außenansicht des Landgerichts Köln.
Außenansicht des Landgerichts Köln. Foto: Oliver Berg

Bei dem Mann hatte es im Oktober 2019 die erste Durchsuchung in dem Missbrauchskomplex gegeben, der sich danach ausweitete. Ermittler fanden riesige Datenmengen - von diesen ausgehend kamen sie nach und nach immer mehr Verdächtigen auf die Spur. Sie sollen - größtenteils ihre eigenen - Kinder missbraucht und sich darüber ausgetauscht haben. Allein in NRW wird gegen mehr als 20 Personen ermittelt. Die Ermittlungen erstrecken sich aber mittlerweile über alle Länder der Bundesrepublik.

Im Fall des 43-Jährigen soll nach Angaben des Gerichts bald entschieden werden, ob das Hauptverfahren eröffnet wird. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe. Zudem steht die Anordnung einer Sicherungsverwahrung im Raum.

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