Prozesse
Anklage: Gasexplosion in Iserlohn war Mordversuch

Eine Gasexplosion zerstört ein Wohnhaus in Iserlohn. Einer der Mieter soll sie absichtlich ausgelöst haben. Jetzt steht er vor Gericht.

Mittwoch, 06.05.2020, 16:21 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 16:32 Uhr
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Hagen (dpa/lnw) - Nach einer Gasexplosion in einem Wohnhaus in Iserlohn hat am Mittwoch vor dem Hagener Schwurgericht der Prozess gegen einen 69 Jahre alten Mieter begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kroaten vor, eine Leitung an der Gastherme in seiner Wohnung geöffnet und das ausströmende Gas anschließend entzündet zu haben. Dabei habe er den Tod der übrigen Hausbewohner zumindest billigend in Kauf genommen. Die Anklage lautet deshalb auf versuchten Mord und schwere Brandstiftung.

Die Explosion hatte in der Nacht zum 2. Dezember 2019 einen Brand entfacht, der sich rasch auf das gesamte Wohnhaus ausgebreitet hatte. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich neben dem Angeklagten elf weitere Bewohner in der Immobilie auf. Fünf erlitten eine Rauchgasvergiftung. Das Haus wurde durch das Feuer weitgehend zerstört. Der dabei entstandene Sachschaden soll rund eine Million Euro betragen.

Zu Beginn des Prozesses machte der Angeklagte keine Angaben zur Sache. Sein Verteidiger erklärte, der 69-Jährige wolle sich schweigend verteidigen. Bei der Polizei soll der Mann nach seiner Rettung aus dem Feuer zugegeben haben, die Explosion in Suizidabsicht verursacht zu haben. Durch die Flammen erlitt der 69-Jährige selbst schwere Verletzungen an den Händen.

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