Medien
Über 80 Prozent bemerkten falsche Corona-Infos im Netz

Düsseldorf (dpa/lnw) - 81 Prozent der Internetnutzer haben laut einer Umfrage selbst schon einmal Desinformationen zum Coronavirus im Internet bemerkt. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Studie im Auftrag der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen hervor. Bei den 14- bis 24-Jährigen ist demnach die Zahl derjenigen, denen im Internet falsche Coronavirus-Informationen auffielen, mit 93 Prozent noch deutlich höher. Für die Online-Erhebung zur Wahrnehmung von Desinformation und politischer Werbung seien in der ersten Aprilwoche bundesweit 1010 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt worden, teilte die Landesmedienanstalt am Donnerstag mit.

Donnerstag, 07.05.2020, 12:54 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 13:02 Uhr

Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, im Internet schon einmal politisch motivierte falsche Information wahrgenommen zu haben. Dass politische Desinformation die Demokratie bedrohe, meinten 83 Prozent der Befragten. 86 Prozent gaben an, sie machten sich Sorgen, dass politische Desinformationskampagnen - also Fake News - Wahlergebnisse manipulieren könnten.

Die Landesmedienanstalt erklärte, die hohe Zahl derer, denen Desinformationen selber schon begegnet seien, zeige, dass es einer klaren Regulierung mit Blick auf Plattformen wie Facebook oder Twitter bedürfe. «Eine ausschließliche Selbstregulierung der Plattformen, wie wir sie aktuell haben, ist jedenfalls augenscheinlich nicht ausreichend», sagte der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, Tobias Schmid.

Laut der Studie fand ein geringer Teil der Befragten (12 Prozent), dass politische Werbung im Internet verboten werden müsse. Die große Mehrheit - nämlich 89 Prozent - wünsche aber, dass politische Werbung im Internet gekennzeichnet werden müsse. 74 Prozent der Befragten meinten, politische Werbung solle auf die Zeit vor Wahlen beschränkt werden.

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