Polizei fasst Verdächtigen
Erpresser attackierte Mercedes-Fahrer

Geseke/Paderborn/Dortmund -

Er wollte Daimler erpressen und verübte Anschläge auf Mercedes-Fahrer. Doch die Polizei kam dem 21-Jährigen auf die Spur. Nun nahm sie den mutmaßlichen Erpresser fest.

Donnerstag, 14.05.2020, 18:20 Uhr aktualisiert: 14.05.2020, 20:55 Uhr
Am 28. April durchschlug eine Betonplatte die Scheibe dieses Sprinters.
Am 28. April durchschlug eine Betonplatte die Scheibe dieses Sprinters. Foto: Polizei

Nach einem mehrwöchigen Großeinsatz mit mehr als 100 Mitarbeitern hat die Polizei hat einen mutmaßlichen Erpresser festgenommen, der in Ostwestfalen und im Kreis Soest Steine auf Straßen geworfen und gelegt haben soll. Der Täter habe den Autohersteller Daimler erpresst, sagte der Paderborner Oberstaatsanwalt Ralf Meyer . Er habe eine sechsstellige Summe gefordert – andernfalls werde er weitere Mercedes-Fahrzeuge attackieren.

Als dringend tatverdächtig nahm ein Spezialeinsatzkommando am Mittwochabend einen 21-jährigen Mann in Geseke (Kreis Soest) fest. Mittlerweile hat ein Richter Haftbefehl erlassen. Dem 21-Jährigen werden schwere räuberische Erpressung und versuchter Mord vorgeworfen.

Die erste Tat ereignete sich am 28. April auf der A 44 zwischen Anröchte und Geseke. Dort durchschlug eine von einer Brücke geworfene Betonplatte die Scheibe eines Sprinters auf Höhe des unbesetzten Beifahrersitzes. Die Fahrerin (25) kam mit einem Schock davon.

In der Nacht zum 4. Mai fand die Polizei einen Stein auf dem Zubringer zum Flughafen Paderborn-Lippstadt. Einen Tag lag ein Stein auf der A 33 bei Hövelhof. In beiden Fällen kam niemand groß zu Schaden. Beide Tatorte liegen nur wenige Kilometer vom Wohnort des 21-Jährigen entfernt.

Nach Bekanntwerden der Erpresserschreiben startete die Polizei einen verdeckten Großeinsatz. „Mit einem hohen Personalaufwand fahndete die Polizei im Bereich Ostwestfalen nach dem Täter und hatte dabei besonders Straßenüberführungen als potenzielle weitere Tatorte im Fokus“, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft.

Mindestens ein Erpresserschreiben hatte der Täter per E-Mail verschickt – sogar mit einem elektronischen Durchschlag an die Polizei in Dortmund, wie Oberstaatsanwalt Meyer sagte. Der Erpresser sei sich seiner Sache offenbar sehr sicher gewesen und habe über verschlüsselte Leitungen kommuniziert. „Er war technisch schon sehr gut. Aber die Polizei war besser.“

Die Polizei prüft, ob er für weitere bislang ungeklärte Erpressungstaten in Betracht kommt. Der Tatverdächtige ist laut Staatsanwaltschaft bislang polizeilich nicht aufgefallen.

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